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Dieses Thema hat 57 Antworten
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 DIE EOTC-SEITEN / DIESES FORUM
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Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

13.08.2010 12:12
Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Tag!

Meine hochverehrten Damen und Herren von hüben wie drüben, von nah und fern - ich wende mich an Sie alle gänzlich unerachtet Ihres Alters, Gewichts und Geschlechtes. Auch unerachtet der Tatsache, ob Sie Brille tragen oder Kontaktlinsen bevorzugen:

Wie Sie freilich selbst schon Gelegenheit hatten, festzustellen:
In dieser so gastfreundlichen elektronischen Kommunikationseinrichtung gehen die Dinge einen sehr gemächlichen Lauf - vielen unter Ihnen möglicherweise auch zu gemächlich. Die Diskussionen wollen nicht fließen, ja sie wollen nicht einmal tröpfeln - eine Dürre-Periode sondergleichen hat diese hochgastliche Einrichtung erfasst und zwar nicht erst seit vorvorgestern, wie ich mit Bedauern hinzuzufügen unmöglich umhinkomme. Sollten Sie, verehrte Dame, werther Herr, auch gerade dieser Ansicht sein, darf ich Sie sogleich meines hundertvierundvierzigprozentigen Einverständnisses und Mitgefühls versichern.

In der Tat finden sich hierorts - bei nüchterner Betrachtung der Realität - derzeit keine Personen, welche an einer Diskussion rund um den Barden (Anm. = Sinatra) Interesse zeigten - die Zahl der Neu-Einträge in dieser Einrichtung spricht Bände. Ein ausgesprochen unbefriedigender Zustand, wie Sie mir wohl beipflichten werden, meine sehr verehrten Besucherinnen und Besucher.

Diese ehemals so hoffnungsvolle Einrichtung muss nunmehr als verwaist angesehen werden - in der Tat kein Ausdruck trifft die Situation, welche mir keine vorübergehende, sondern vielmehr eine dauerhafte zu sein scheinen will, besser. Mit den Herren Bode und Huber gingen mir die wichtigsten Stützen dieser Einrichtung verloren - der Verlust scheint diesmal ein endgültiger zu seyn, das Interesse beider Herren sowohl an Sinatra wie auch an dieser dem Barden gewidmeten Einrichtung scheint gänzlich versiegt. Frisches Blut zu rekrutieren ist hingegen eine fast aussichtslose Aufgabe, das Reservoir an Schreibwilligen ist ausgeschöpft, das Interesse an Sinatra ganz allgemein beträchtlich erlahmt.

Je nun: Die Versuchung aus diesen Umständen entsprechende Konsequenzen zu ziehen ist keine geringe, dies, meine hochgeschätzten Leserinnen und Leser, dürfen Sie mir glauben. Mit „entsprechenden Konsequenzen“ meine ich freilich nicht mehr und nicht weniger als die offizielle Einstellung des Forumsbetriebes, welcher de facto ohnehin schon gänzlich zum Erliegen gekommen ist, sowie in weiterer Folge naturgemäß die Löschung dieser Einrichtung aufgrund mangelnder Resonanz beim Publicum.

Dieser Ort der ersprießlichen Kommunikation und Erbauung erfüllt kurzum auch nicht im Mindesten die in ihn gesetzten Erwartungen und Hoffnungen, sodass radikale Lösungsanätze in Betracht gezogen werden müssen und auch werden.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

03.09.2010 01:00
#2 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Furchtbarer Thread mit furchtbarem Inhalt, ich bin in meinen Grundfesten erschüttert.

Wie dem auch sei: Dass ich mich in letzter Zeit eher spärlich an der Diskussion in diesem Forum beteiligt habe, hatte mit meiner nicht stattfinden Beschäftigung mit des Bardens Werk zu tun. Eine Phase, die bei mir so oder ähnlich immer mal wieder eintritt und die nach gewisser Zeit auch wieder endet. Und genau das ist jetzt der Fall.



Thorsten Bode

Züchtige mich, Herr, - doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht aufreibst.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

03.09.2010 09:11
#3 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Tag!

Werthes Publicum...

Zitat
Dass ich mich in letzter Zeit eher spärlich an der Diskussion in diesem Forum beteiligt habe, hatte mit meiner nicht stattfinden Beschäftigung mit des Bardens Werk zu tun. Eine Phase, die bei mir so oder ähnlich immer mal wieder eintritt und die nach gewisser Zeit auch wieder endet. Und genau das ist jetzt der Fall.



...dies zu lesen, erfüllt mich mit großer Freude und erhellt das Dunkel meiner Tage (zumal auch mein Interesse am Barden in den letzten Tagen und Wochen erneut erstarkt ist).

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

15.10.2010 00:01
#4 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Inhaltlich bemängelte ich kürzlich das Gleiche an anderer (unangebrachter) Stelle, da ich mit der Summe der hiesigen Beiträge noch immer nicht durch bin - sorry wg. meines Threads an falscher Warte.
Ich denke aber, dass dieser Herbst u.a. in Person von F.X.Huber, der sich nun wieder stärker beteiligt, einen willkommenen frischen Wind bringt. Vielleicht gesellt sich demnächst ein weiterer FS-Bewunderer hinzu, dem ich über eine große Plattform eine nicht mehr benötigte Vinylplatte verkaufte. On verra!

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

16.10.2010 20:16
#5 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Tag!

Meine sehr verehrten Damen und Herren, mein nunmehriges schon mehrere Tage währendes Schweigen ist einem zwotägigen Aufenthalt im städtischen Krankenhaus geschuldet, woselbst ein chirurgischer Eingriff vorgenommen wurde, dessen Nachwirkungen dergestalt sind, dass mir gegenwärthig ein Schreiben auf der Tastatur nur einhergehend mit beträchtlichem Ungemach moeglich ist. Oh meine Damen und Herren, kreuzkruzifix, Sie entschuldigen. Für morgen wurde ich zwecks Kontrolle und Verbandswechsel erneut einberufen. Vom heutigen Stande aus würde ich mein künftiges Schweigen auf etwa eine Woche anberaumen - nutzen Sie diese Einrichtung in der Zwischenzeit auf gewohnte Art und Weise, ich werde mich, sobald es mein Gesundheitszustand erlaubt, wieder hierorts als Verfasser von Beitraegen einfinden. Lesenderweise zumindest kann ich fallweise durchaus vor Ort seyn.

Verdammt sey die Bresthaftigkeit meines Leibes! Verdammt sey auch die Voll-Narkose, was für eine hundsföttische Erfahrung. Verdammt seyen auch die Infusionsnadeln und vor allem die Krankenhauskittel, welche hinten zuzuknöpfen sind und dadurch das Gefuehl allgemeiner Hülflosigkeit noch steigern.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

20.10.2010 00:06
#6 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Abend Holger,

ich wünsche dir gute Besserung und hoffe a), dass die hiesige Totenstille nach deiner Komplettgesundung zumindest durch dich wieder durchbrochen wird und du b) vielleicht zu dem einen oder anderen kürzlich von mir erfolgten Beitrag Stellung nimmst - fühle mich seit Tagen im Forum vereinsamt, allein auf weiter Flur und infolgedessen allmählich der Lust beraubt, selbiges in gewohnter Häufigkeit aufzusuchen. It´s a lonesome old town...

Alles Gute dir!
Ulli

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

22.10.2010 03:04
#7 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Zitat
fühle mich seit Tagen im Forum vereinsamt, allein auf weiter Flur und infolgedessen allmählich der Lust beraubt, selbiges in gewohnter Häufigkeit aufzusuchen. It´s a lonesome old town...


Nein, nein, nein, das darf nicht sein! Lieber lasse ich meine Master('s) Thesis schleifen, als hier ein unzufriedenes Mitglied von dannen ziehen zu lassen. Wenn ich doch nur Vollzeit hier schreiben könnte, wäre alles so viel einfacher, auch mit der Mitgliedermotivation. (Andere Einrichtungen haben so etwas ...)

Ulrich, mein Freund, denke nicht in Kategorien wie "seit Tagen verlassen"; viele hier haben schon Monate und Jahre der Dürre erlebt, und doch kommt immer wieder Lohnenswertes zutage. Wie dem auch sei, ich habe den Appell wohl vernommen. Da heißt es Prioritäten setzen. So ein Studium bekommt man schließlich an jeder Ecke, aber ein Forum wie dieses gibt es nur einmal.
Ich werde mir die größte Mühe geben, mindestens einmal pro Woche zu schreiben. Wenn ich vor lauter Stress nicht daran denke, bitte erinnert mich dezent.

Vielleicht habe ich mich auch im Ton zu sehr zurückgehalten, was meine dezenten Hinweise an die passive Leserschaft anbelangt:

RÄUSPER

Ihr da draußen, alle die ihr hier lest, wenn euch etwas am Fortbestehen dieses Forums liegt oder ihr uns auch einfach mal nur die Meinung sagen wollt, legt los und werdet aktiv. "Heißen Dank."

P.S.: Herr Principal, entschuldige die ungewohnt vertrauliche Anrede an das anonyme Publikum. Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. (Heißt das so?) Stichwort Nachdruck.

Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind.

Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

26.10.2010 19:12
#8 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Liebe Mitglieder, liebe Besucher,

als Sinatra-Bewunderer empfand ich es als hochinteressant, hier auf ein Forum gestoßen zu sein, das die Meinungsvielfalt bzgl. des Künstlers wie auch der Person Sinatras in all ihren Facetten zum Inhalt hat. Ein Forum zudem, dem die Beteiligten überwiegend niveauvolle Beiträge zusteuern - ein Kriterium, das für mich ganz oben auf der Prioritätenliste angesiedelt ist.

Inzwischen jedoch, nach fleißiger Teilnahme und ebensolchem Studium der während der Vergangenheit lancierten Kommentare ist mein anfänglicher Enthusiasmus einer Ernüchterung, um nicht zu sagen Desillusionierung gewichen. Dies steht lediglich marginal in Abhängigkeit zu der Spärlichkeit der aktiven Teilnehmer, wie ich es kürzlich beklagte. Vielmehr speiste sich die Ernüchterung aus meinen jüngst gemachten Erfahrungen innerhalb dieses doch so interessanten Portals bzw. aus der Erkenntnis, dass der Geist der Liberalität hier eben NICHT weht - zumindest nicht in dem Umfang, den ich anfangs vorausgesetzt hatte.
Jenes o.a. Studium offenbarte nämlich überaus signifikant, dass Prinzipal Holger Schnabl, den die Attribute "Humanist und Freigeist" schmücken, partiell nicht nur den Pfad des Humanismus verlässt (bzgl.eines konkreten Falls gestand er dies weitestgehend ein, was ihm durchaus zur Ehre gereicht), sondern darüber hinaus entstehende kontroverse Diskussionen zu beenden pflegt, wie es jüngst im thread "The way you wear your hair" geschah. Seine Position war infolge fehlender Gegenargumente ebensowenig haltbar wie er es vermochte, die konträren Positionen in ihrer zwingenden Logik außer Kraft zu setzen. Das mag man noch hinnehmen und als legitim bezeichnen. Er hat dieses Forum ins Leben gerufen; ein Verdienst, das ihm nicht abzusprechen ist.

Keineswegs haltbar indes erweisen sich Positionen, die sich nur noch als dogmatisch charakterisieren lassen. Exemplarisch sei hier eine Stellungnahme zu Sinatras vokaler Kompetenz angeführt. Der staunende Leser muss mehr oder weniger stirnrunzelnd erfahren, dass sich der Künstler "ab 1973" gänzlich seiner vokalen Fähigkeiten beraubt sah, er schlichterdings "nicht mehr singen konnte". Mehr noch: Dies sei "exakt zu belegen", gar auf "Punkt und Komma".

Niemand wird ernsthaft in Abrede stellen wollen, dass sich die Stimme des Entertainers mit zunehmendem Alter veränderte und gleichermaßen jene Brillanz verlor, die sie besonders in jungen Jahren prägte. Dass er hingegen "ab 1973" nicht mehr singen konnte, stellt die aus meiner Sicht unhaltbare Meinung eines Einzelnen dar, über die man trefflich hätte streiten können. Jener Diskurs jedoch KONNTE durch die verbale Vehemenz, die um dieses Statement herum gewebt wurde, gar nicht erst entstehen. Ein Dogma war erstellt. Dogmen bedeuten Denk- (und im Falle eines Forums) Schreibverbote.
Durchaus findet man hier und da konträre Positionen, die jedoch infolge der Einsetzung dieses Instrumentes untergehen mussten. Wer widerspricht einem profunden FS-Kenner, der seine Meinungshoheit unangetastet sehen will? Der überzeugende Gegenargumente an sich abprallen lässt? Der sich nicht - wie alle anderen - Formulierungen wie "meiner Ansicht nach..." oder "ich finde..." bedient und unter Inanspruchnahme selbiger demonstriert, offen für konträre Strömungen zu sein? Und, nicht zuletzt: Wie kann ein intelligenter Mensch eine derartige subjektive Empfindung als Tatsache proklamieren, die sich bereits während der Lektüre in sich selbst auflöst?

Hier alleine scheint mir der Grund für die Tatsache fixierbar zu sein, weshalb dieses Forum überwiegend als verwaist angesehen wird. Wer Dogmen aufstellt, wird fruchtbare Diskurse nicht initiieren. Ein Blick auf die Mitgliederliste bestätigt diese These. Von 4 Ausnahmen einmal abgesehen warfen alle Neuankömmlinge bereits nach kurzer Zeit angesichts der o.a. Gegebenheiten, wie zu vermuten steht, resigniert die Flinte ins Korn. Vermutlich erging es ihnen wie mir: Anfänglichem Enthusiasmus folgte die Ernüchterung, und mit der Ernüchterung die Demotivation.

Ich will Holger Schnabl weder angreifen noch verletzen. Auch liegt es nicht in meiner Absicht, bereits eingestandene Fauxpas neu aufzulegen. Wir alle machen Fehler; niemand ist perfekt. Flüchte ich mich jedoch in das Dogma, signalisiere ich damit das exakte Gegenteil. Und das verschreckt, führt zur Abkehr, führt zur Passivität, führt zur Resignation. Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass Holger Schnabl eine solche Zielsetzung verfolgt. Dies zugrundelegend gehe ich davon aus, dass er meine Einlassung als das sieht, was sie ist: Ein Kompliment an ein hochinteressantes Portal, dass sich indes unter Beibehaltung der manifest erscheinenden Positionierung des Prinzipals selbst abschaffen wird.

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

26.10.2010 23:32
#9 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Korrektur der Attribute: "Humanist und FreiDENKER" - Freud war wohl ganz in meiner Nähe...

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

27.10.2010 01:14
#10 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Das hätte schlimmer kommen können: Humanist und Freischärler ...

Weißt Du, Ulrich, ich bin froh, dass jemand einmal meine Gedanken ohne Einblick in mein Hirn so 1:1 und konzise niederschreibt, wie ich es selbst wahrscheinlich gar nicht könnte oder den Aufwand nicht für nötig hielte. In der Tat treibt mich der Gedanke um, dass manche Menschen hier nicht schreiben, weil sie den Absolutierungen des Principals (wissenschaftlich belegbare Unfähigkeit zu singen) nichts entgegenzusetzen haben (Ich weiß von konkreten Fällen, will aber keine Namen nennen). Und wenn es doch einmal jemand tut, wird die Diskussion an der Stelle abgebrochen, wo es interessant würde.

Ich fordere also Dich, Holger, in aller Freundschaft zu einer Stellungnahme bezüglich der wissenschaftlichen Eindeutigkeit des Ungesangs auf, sowie dazu, auf meinen letzten Beitrag in der nicht enden wollenden Haar-Debatte einzugehen. Ob Du es tust, bleibt dir überlassen, ich verfüge auch nicht über die rhetorisch-sarkastischen Anspornmöglichkeiten meines Kollegen Ulrich, aber wenn Du es nicht tust, wird es für viele, die hier zugegen sind, ein Zeichen sein in Richtung der von Ulrich so hervorragend herausgearbeiteten Bedenken.

Es geht um das Fortbestehen des Forums und nicht zuletzt auch um Deine persönliche Diskussionsfähigkeit, von der dieses Forum leben sollte. Eine kontroverse Meinung zu äußern (von manchen als "unablässig" bezeichnet) ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber kontrovers sprechen ist nicht alles. Es muss auch ein offener Schlagabtausch folgen. Dann die Diskussion am entscheidenden Punkt abzuwürgen, nämlich, wenn die Gefahr besteht, dass die kontroverse Position sich ändern oder fallen könnte, ist mehr als nur ein Rückschritt. So endet man noch weiter in den Untiefen der Undiskussion als wenn man sich gar nicht erst die Mühe gibt.

Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

27.10.2010 15:47
#11 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Tag!

Oh meine sehr geehrten Damen und Herren, geharnischten Vorwürfen sieht sich Ihr Prinzipal gegenüberstehen, ich will mein möglichstes thun, dieselben - wenn schon nicht gänzlich zu entkräften, so wenigstens zum Theile abzuschwächen. Ich sehe schon, Ulli ist beim Lesen der Beiträge mit der Goldwaage zugange, da wird dann freilich manch Nebensatz zur Staatsaffäre...

Zunächst: Ich betreibe dies Forum hier am allerwenigsten zum Behufe der Aufstellung von Dogmen die musikalische Hinterlassenschaft des Barden betreffend. Sollte sich für einzelne Personen ein gegentheiliger Eindruck ergeben, so nehme ich das mit Bedauern zur Kenntnis. Freilich könnte ich jeder von mir geäußerten Meinung ein „meiner Meinung nach“, „meines Erachtens“ etc voranstellen (was ich fallweise auch durchaus schon getan habe) - allein: Nach meinem Verständnis nach soll dies Forum ein Ort der Meinungsäußerung und des Meinungsaustausches seyn, jegliche Äußerung eigentlich selbstverständlich und ohne besondere Kennzeichnung die ganz persönliche Sicht des Schreibers widerspiegeln und darstellen. Meinethalben kann hier jedermann/frau die Ansicht vertreten, die er will und wenn sie der meinen zuwiderläuft, so ist dies allerhöchstens dem Diskurs förderlich und hochwillkommen.

Meine hier geäußerten Ansichten ergaben sich aus jahrelanger Beschäftigung mit der Materie und meine Ansichten zum bejahrten Barden sollten eigentlich für jeden mit der Materie Vertrauten zumindest nachvollziehbar seyn, auch wenn er selbst gegentheiliger Meinung ist. Die stimmlichen Probleme Sinatras nach seiner Rückkehr aus dem Retirement darf man nämlich - wie ich meine - getrost als Tatsache bezeichnen. Ob einem die aus schulmäßiger Sicht zerschlissene, durch Alter, Zigaretten und Alkohol schwerstens in Mitleidenschaft gezogene Stimme des Barden gefällt oder nicht, ist in weiterer Folge freilich oft auch Gegenstand subjektiven Erlebens. Aus schulmäßiger Sicht jedoch konnte der Mann nach 1973 vor allem auch im Vergleich mit seinen früheren Leistungen nicht mehr singen. Dies stellt übrigens keine bizarre Einzelmeinung dar, sondern kamen und kommen Kritiker aus allen Teilen der Welt immer wieder zu ähnlichen Befunden. (siehe etwa den höchst interessanten SpiegelArtikel, den Thorsten Bode vor einiger Zeit aufgestöbert hat - just hier). Man kann jedem Argument, welches für Sinatra nach 1973 spräche, mindestens eines, das gegen ihn spricht entgegenhalten - wie man auch - so man wollte - durchaus schlüssig und eloquent darlegen könnte, dass die Welt eben doch eine Scheibe sei. Meine Position zum Werk des Barden hat sich über die Jahre hinaus ergeben und gefestigt. Seine Präferenzen und Abneigungen betreffs des Werkes Sinatras hier offen und notwendigenfalls mit klaren, deutlichen Worten klarzulegen ist letzlich Sinn dieses Forums und ich mache von der Möglichkeit Gebrauch, ohne dabei mein Publicum vorsätzlich schulmeistern zu wollen, welches ohnehin gleich mir sich vermutlich eingehend mit dem Werk des Barden beschäftigt, also eigentlich nicht Gefahr läuft, zu Opfern irgendwelcher Dogmen zu werden.

Was die „haarige Diskussion“ auf welche du ansprichst, betrifft, so kam ich für mich zum Schluss, dass die dorten stattgefundene zum Theil sehr theoretische Leidens-Debatte letzthin viel Energien beanspruchte, die jedoch dem eigentlichen Sinn des Forums, nämlich der Diskussion über die musikalische Hinterlassenschaft des Barden, kaum dienten. Freilich könnten wir uns noch hundert Seiten lang in diese Debatte verstricken, letzlich blieben es nur Mutmaßungen - zumindest von unserer Seite, die wir unsere Haare noch am Kopfe sprießen haben. Ob selbstgeschaffenes Leiden, durch lastenden Druck der Umwelt entstehend oder unabänderlich sich aus chemischen Reaktionen im Gehirn ergebend, was bringt es letzlich, darüber die Köpfe rauchen zu lassen. Ich habe die Diskussion auch nicht abgebrochen oder unterbunden, sie nur für mein Theil als erledigt erachtet. Auch habe ich das Publicum eingeladen, seine Erfahrungsberichte getrost einfließen zu lassen. Ich jedoch habe hiezu nichts zu vermelden, was ich nicht schon gesagt hätte. Verfahren Sie nach Belieben, meine Damen und Herren - bei diesem wie bei jedem anderen Thema.

Ob der Zuspruch, den dies Forum erfährt, mit meiner Person in Zusammenhange steht oder nicht, mag der Kaffeesatz wissen - möglicherweise reagieren bestimmte Menschen allergisch auf meine Ansichten und räumen daraufhin erbost oder vergrämt das Feld. Derartige Reaktionen kann ich allerdings nicht verhindern, es sey denn, ich würde mir und meinen Ansichten unthreu werden. Sollte ein derartiges Problem existieren, so betrifft es wohl in erster Linie bedingungslose Fans, welche jegliche Kritik am Gegenstand ihrer Verehrung als Blasphemie empfinden. Wer jedoch zu diesem Personenkreis gehört, muss auch immer damit rechnen, dass er - so er ein Künstlerforum betritt - mit kritischen Anmerkungen und gegenteiligen Auffassungen konfrontiert werden könnte. Wer nun dafür als sich für zu dünnhäutig erweist, dem kann ich leider kaum helfen sondern höchstens anraten, seiner Verehrung für den Künstler (einerlei welcher) lieber im stillen Kämmerlein nachzugehen, wo kaum Gefahr besteht, dass kritische Bemerkungen einen Schatten auf sein verklärtes Bild des Künstlers werfen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, weder ich noch sonst einer kann es immer allen recht machen, daher ziehe ich es vor, zu meinen Überzeugungen zu stehen und sie klar und unmissverständlich darzulegen, anstatt bei jedem Halbsatz überlegen zu müssen, ob sich dadurch jemand auf den Schlips getreten fühlen könnte.

Was die „wissenschaftlich belegbare Sanges-Unfähigkeit“ des Barden betrifft, habe ich nicht wenig Lust, mich an dieses oder jenes Konservatorium zu wenden, auf dass Leute vom Fach ein für allemal eine eindeutige Expertise erstellen. Bislang liegt mir zu der Frage neben meinen eigenen Überzeugungen lediglich die an die zehn Jahre alte Aussage eines sich damals schon im Ruhestande befindlichen Musiklehrers der Oberstufe vor, welche ich leider seinerzeit verabsäumte, mit Brief und Siegel verbrämen zu lassen. Leider würde auch eine oben erwähnte Expertise Kosten in nicht unbeträchtlicher Höhe verursachen und es würden sich hernach vermutlich dennoch Leute einfinden, welche auch das Ergebnis dieser Untersuchung (so sie meine Thesen stützt, woran ich keinen Augenblick zweifle) als Unsinn bezeichnen würden. Entschieden billiger ist folgende Verfahrensweise: Man höre sich eine Aufnahme des Jahres 1942 an und führe sich unmittelbar danach eine aus dem Jahre 1982 zu. Dies Experiment erkärt ohne viele Worte allein durch die Kraft der Fakten im Grunde schon alles, was es zu diesem Thema vom schulmäßigen Standpunkt zu sagen gäbe.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

27.10.2010 16:00
#12 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Lieber Freund Franz, auch mir sind konkrete Namen trotz meiner kurzen Forumszugehörigkeit bekannt, die sich über die hiesige Diskussions(un)kultur, genauer das absolutistisch anmutende Auftreten des Prinzipals, welche(s) für sie eine unüberwindbare Hemmschwelle bzgl. der aktiven Teilnahme darstellen, privat bei mir meldeten. Nicht zuletzt gaben sie mir den finalen Ansporn, einmal darzulegen, woran die Lebendigkeit dieses Forums krankt. Auch ich fordere den Prinzipal auf, konkret und unter Zuhilfenahme verifizierbarer Fakten zu den ins Feld geführten Themenkomplexen Stellung zu beziehen.-
Ich danke dir für deinen öffentlich gemachten Beistand und möchte noch anmerken, dass deine rhetorische Kompetenz sehr wohl HERVORRAGEND ist und es nicht einen einzigen Grund gibt, diese auch nur marginal anzuzweifeln.
Ich grüße dich wie auch alle Schwestern und Brüder im Geiste herzlich!

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Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

27.10.2010 16:45
#13 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Leider kann mich die Antwort des Prinzipals nicht im Geringsten dazu bewegen, vom Vorwurf des Absolutierens abzurücken. Ulli misst im Übrigen nicht mit der Goldwaage, sondern bedient sich nur hin und wieder seines Hirns sowie seiner Empathie - stets eingedenk seiner Stärken, jedoch sehr wohl auch seiner Schwächen. Es gibt der Terrains viele, von denen ich nichts verstehe, da mir in diesen Bereichen Talent und Auffassungsvermögen fehlen. Äußerungen zu selbigen überlasse ich, sofern es mir nicht gelingt, mich kundig zu machen, Experten.
Genau hier liegt indes der Hase begraben, und auch wenn es Holger missfällt, muss ich an dieser Stelle auf die "Haarspaltereien" zurückgreifen, um das Dilemma deutlich zu machen: Er postuliert, dass jenes Leiden eingebildeter, also SELBST GESCHAFFENER Natur sei. Selbst geschaffen wäre es sehr wohl, wenn der Betroffene - ob gewollt oder ungewollt - aktiv am Verlust der ihn zierenden Pracht mitgewirkt hätte, d.h. selbst dafür verantwortlich wäre. Dies dürfte wohl in den allerwenigsten Fällen zutreffen. Insofern bedarf es also der Empathie, um sich zu derlei Bereichen zu äußern - über die der Prinzipal jedoch zumindest in diesem Fall schlichterdings NICHT VERFÜGT.
Die weitere Diskussion überträgt er Betroffenen, die infolge des naturgegebenen Schamgefühls hierzu gewiss nicht die Tastatur bearbeiten; gleichzeitig erfolgt jedoch der absolutistische cut hinsichtlich der Federn derer, denen Empathie zu Eigen ist und die infolgedessen sehr wohl in der Lage sind, dieses Thema plausibel zu erörtern.
Ich könnte hier auf der Widersprüche viele aus der Stellungnahme Holgers eingehen, wozu mir jedoch Zeit und auch Lust fehlen. Ich muss einsehen, dass er meine Argumente wie gewöhnlich in überwiegender Anzahl negiert. Dies stimmt traurig.
Eines zuletzt, direkt an die Adresse des Prinzipals: Du stelltest kürzlich die Frage, wie ich die mir bisher unbekannten Songs Sinatras aus dem REPRISE-Mammuntwerk beurteile. Woher soll ich zu einer Antwort die Veranlassung empfinden, wenn ich doch lernen musste, dass der Sänger ab 1973 NICHT MEHR SINGEN konnte? DIE letztendlich logische Konsequenz meines Lernprozesses müsste nun eigentlich zur Folge haben, dass ich eines der aus meiner Sicht besten Werke des Sängers, namentlich "She shot me down", sofort entsorge, da ich es mir eigentlich nicht verzeihen können sollte, seit 20 Jahren einem Gesang zu lauschen, der keinen solchen mehr darstellt, da dies ja auf "Punkt und Komma" beweisbar ist.

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

28.10.2010 13:03
#14 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Tag!

Es betrübt mich, dass meine Erklärungsversuche auf so wenig fruchtbaren Boden fallen, ja nicht einmal "im Geringsten" anerkannt werden. Habe ich etwa nicht mehrmals dargelegt, dass ich die Leiden jener von Haarausfall geplagten als tatsächliche Leiden anerkenne? Dennoch wird mir in diesem Falle immer noch ein Mangel an Empathie vorgeworfen. Meine Damen und Herren, ich darf doch wohl bitten.

Darüber hinaus, meine Damen und Herren, bin ich im Gegensatz zu sinngemäß gegentheiligen Behauptungen stets bereit, die Argumentation anderer Diskutanten anzuerkennen, zu überdenken und einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Dabei bleibt freilich mitunter nicht aus, dass ich mich der Argumentation trotzdem nicht anschlließen mag, zumal mir diesenfalls meist die eigenen Argumente stichhaltiger bedünken. So ist´s nunmal.

Zur genaueren Erklärung: nicht der Haarausfall ist selbstgeschaffen, außer man bediente sich ganz exzessiv des Brauches des Haare-Raufens bzw. es handelte sich um eine Zwangshandlung resultierend aus einer psychischen Erkrankung. Ich rede vom natürlichen Haarausfall, welcher im Laufe der Zeit in die allgemein bekannte, im Volksmund mitunter "Platte" geheißene Erscheinungsform mündet. Daran, beziehungsweise an dieser Erscheinung und den äußeren Folgen zu leiden, ist jedoch Leiden selbstgeschaffener Natur.

Zitat
Du stelltest kürzlich die Frage, wie ich die mir bisher unbekannten Songs Sinatras aus dem REPRISE-Mammuntwerk beurteile. Woher soll ich zu einer Antwort die Veranlassung empfinden, wenn ich doch lernen musste, dass der Sänger ab 1973 NICHT MEHR SINGEN konnte?




Wer sagt, dass aus meinen Ausführungen unbedingt Lehren zu ziehen seyen? Die Veranlassung zur Antwort etwa könnte das Bestreben seyn, vermeintliche, von prinzipaler Seite aufgestellte Dogmen in Frage zu stellen, sie meinethalben gerne vom Sockel zu stürzen, so es sie denn gäbe. In der Tat gibt es sie nicht, vielmehr gibt es keinen Grund, in dieser Einrichtung mit seiner Meinung zum musikalischen Werk des Barden hinter den Berg zu halten, allein weil ein Vorredner eine andere Meinung zum Ausdruck brachte. In der Tat werde ich besagtes "She Shot Me Down" in Kürze zum eigenen Thema erheben, auf dass jeder die Gelegenheit habe, seiner Meinung Ausdruck zu verleihen - und sey diese Meinung auch noch so gegensätzlich zu der meinen, welche im Übrigen - Ihr Interesse, meine Damen und Herren, vorausgesetzt - auf meiner HP just hier nachzulesen ist. In diesem Sinne also, meine hochverehrten Damen und Herren.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

28.10.2010 23:22
#15 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Zitat: "Wer sagt, dass aus meinen Ausführungen unbedingt Lehren zu ziehen seyen?"

Wer Ausführungen wie jene, dass Sinatra ab 1973 "nicht mehr singen konnte", was zudem einer wissenschaftlichen Überprüfung standhielte, den konkreten Beweis jedoch in Ermangelung eines solchen - da subjektiv empfundener Natur - nicht erbringen kann, führt seine Ausführungen nicht nur ad absurdum, sondern stellt ein Dogma auf, mit dem Meinungshohheit und Uneinsichtigkeit verzweifelt verteidigt werden soll. Unglückseligerweise bin ich jedoch nur infolge überzeugender Arguemte, nicht aber durch selbst verliehene Titulierungen oder gar Attributierungen zu beeindrucken.

Darüber hinaus versucht Holger, meine Kritik mit zwar "politisch korrekten", doch leicht durchschaubaren Mitteln zu diskreditieren. Führt er aus, ich würde "mit der Goldwaage" durch dieses Forum geistern, gar aus Nichtigkeiten Staatsaffären konstruieren, besagt dies im Klartext, dass der Verfasser - in diesem Fall ich - an Überempfindlichkeit, gar Mimosenhaftigkeit leide. Muss ich dann sinngemäß lesen, dass das Forum ebenso glühenden wie hysterischen Fans infolge kontroverser Meinungen nicht als geeignetes Portal dienen kann, fühle ich mich als kritischer Bewunderer des Künstlers im Kontext der erstgenannten Aussage in eine absolut falsche Ecke gerückt und aufgefordert, mich alles bejubelnden Fansites anzuschließen. Nur wenige Sinatra-Bewunderer dürften so fern einer Glorifizierung des Künstlers sein wie ich, was ich im Übrigen bereits deutlich zu machen versuchte.

Es steht zu vermuten, dass der Prinzipal die Widersprüchlich- wie auch Unhaltbarkeit seiner Äußerungen innerhalb des jüngst erfolgten Disputes erkennt, jedoch infolge der fehlenden Courage, diese einzugestehen, sich dieser ebenso transparenten wie leider allerorts Usus gewordenen rhetorischen Mittel bedient, um ebenso unliebsame wie ungewohnte Kritik von nicht einzuschüchternden Individuen gleich einer Schmeißfliege zu vertreiben. (Zumindest wird es versucht).

Und mit ihr den Verfasser, der offen anspricht, weshalb dieses Forum trotz seines breitgefächerten Themenspektrums von der weitaus überwiegenden Mehrheit eben leider NICHT als "ersprießlich und "hochgastlich", sondern als desillusionierend und demotivierend wahrgenommen wird.

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

29.10.2010 10:02
#16 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Tag!

Hochverehrtes Publicum, nochmals: Ich stelle mit meinen Behauptungen keine Dogmen auf, sondern artikuliere meine persönliche Sicht der Dinge, welche von manchen getheilt, von anderen vehement abgelehnt werden kann. Dies sey allen unbenommen. Betrachten Sie künftig und rückwirkend allen meinen Aussagen ein „Ich vertrete die Ansicht, dass“ vorangestellt. Auf diese Weise wird in Hinkunft manch Vorwurf des Absolutierens ausgeräumt seyn.

Weiters: Ich erhebe hierorts keine Meinungshoheit, mir gilt die Überzeugung anderer nicht weniger als die meinige, nur liegt es in der Natur der Sache, dass ich sie oft - wenn auch anzuerkennen - nicht zu teilen vermag. Geradewegs so mag es auch manchen mit meinen Äußerungen ergehen. Das Ziel dieser Einrichtung ist es nicht, sich schließlich auf eine verwässerte und gepanschte Einheitsmeinung zu einigen, sondern, den Mitgliedern eine Plattform zu bieten, ihre persönliche Meinung zu sinatra-betreffenden Themen sowie auch Themen anderer Art auch kontrovers zu artikulieren.

Die Bemerkung, dass sich glühende Sinatra-Verehrer hierorts durch die mitunter - und wo sie mir angebracht erscheinende - kritische Aufarbeitung der musikalischen Hinterlassenschaft des Barden ungünstigenfalls vor den Kopf gestoßen fühlen könnten, war nicht auf Ulli gemünzt, sondern auf die in kritikloser Ergebenheit ihrem Idol huldigenden Verehrer. Dass Ulli nicht jener Spezies zugehörig ist, sondern sich vielmehr als kritischer Bewunderer versteht, ist mir bekannt. Schon dadurch sollte diese Einrichtung - welche ich weiterhin als hochgastlich und einladend zu bezeichnen niemals müde werde - eigentlich eine Ulli durchaus entsprechende Umgebung darstellen.

Nochmals: Dies Forum sowie der Prinzipal dieser Einrichtung - mit anderern Worten, der welcher jetzten zu Ihnen spricht, sind weit davon entfernt, Kritik mit Maulkorb-Erlässen zu begegnen. Freilich aber werden Sie, meine Damen und Herren, nur in Ausnahmefällen erleben, dass ich mich Meinungen anderer anschließe oder gar unterwerfe, nur um den Forums-Frieden zu wahren. Daher vermögen die von Ulli erhobenen Vorwürfe mich nicht dazu zu bewegen, hier öffentlich einzugestehen, ich betriebe hier in absolutistischer Manier Meinungsbildung und lebte die Intoleranz. Das Gegenthum ist der Fall, hierorts sind selbstverständlich alle Meinungen willkommen und dienen mir in jedem Falle zumindest dazu, die Dinge aus einer gegensätzlichen Perspektive zu betrachten. Dass der Wechsel der Perspektive nicht zwangsweise einen Meinungsumschwung zur Folge hat, ist indes eine Selbstverständlichkeit. Vermutlich wird sich ein glühender Anhänger des Post-Retirement-Sinatra durch meine kritischen Bemerkungen auch nicht veranlasst fühlen, die Werke dieser Ära dem Feuer zu überantworten. Eine Vorgehensweise übrigens, welche mir für manche Werke dieser Ära mitunter als die Ziemlichste erscheinen mag, gestatten Sie mir freundlichst diese Randbemerkung, meine sehr geehrten Damen und Herren.

Dass dies Forum von einer Mehrheit nicht als „ersprießlich“ sondern vielmehr als „desillusionierend“ und „demotivierend“ wahrgenommen würde, ist indes eine Behauptung, die man vermutend in den Raum stellen könnte, aber letzlich unhaltbar, weil nicht zu beweisen. Foren mit hunderten registrierten Mitgliedern haben in der Regel auch kaum mehr als Dutzend regelmäßig aktive Schreiber, die überwiegende Mehrheit konsumiert das Internet und die in ihm zu findenden Foren eher passiv. Rein prozentual und im Hinblick auf die überschaubare Zahl registrierter Mitglieder erscheint mir die hierortige Beteiligung, welche mehr oder weniger vier regelmäßig Aktive ausweist, sogar über dem gängigen Durchschnitt zu liegen.

Die Nicht-Sangesfähigkeit des späten Sinatra wäre hingegen ungleich leichter zu beweisen, indem man eine entsprechende Expertise in Auftrag gäbe, was aber vermutlich an der Finanzierungsfrage scheitern dürfte, wie ich ganz offen anzumerken mich genöthigt fühle. Einstweilen, meine sehr verehrten Damen und Herren, betrachten Sie meine Aussagen zum Werk des Barden als Ausdruck meiner persönlichen Sicht der Dinge und benutzen Sie dieselben nicht als Richtschnur zur eigenen Meinungsbildung und auch nicht als Variable, welche in Ihre etwaigen Kaufentscheidungen einfließen sollte.

Dies Forum, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist in der Tat der erquickendste und hochgastlichste, einladendste Ort, den sich ein Sinatra-interessiertes Publicum nur wünschen kann. Der Geist der Toleranz und der Ausdruck eines demokratischen, humanistischen Weltbildes durchdringt und durchweht diesen Ort bis in die kleinste Ritze. Dass glühende Sinatra-Anhänger hier unter Umständen nur schwer heimisch werden, liegt nicht am Forum oder dem Prinzipal, sondern vielmehr an der Verehrung welche obgenannte glühende Anhänger dem Barden entgegenbringen, was sich dann mitunter nicht mit dem hierorts waltenden Anspruch einer fallweise durchaus auch kritischen Auseinandersetzung mit der musikalischen Hinterlassenschaft des anno Neunzehnhundertundachtundneunzig Verblichenen verträgt. In diesem Sinne handelt es sich hierorts auch nicht um ein Fan-Forum im herkömmlichen Sinne, welches sich nur der Beweihräucherung verschrieben hätte, sondern um einen Ort, in welchem die Leistungen Sinatras dorten gewürdigt werden, wo sie Anerkennung verdienen und dorten kritisiert werden, wo dies unabdingbar nothwendig erscheint.

Nun, im Bewusstsein, alle Missverständnisse ausgeräumt zu haben, fühle ich mich geradezu neu belebt, hochgradig erquickt und vor Energie berstend. Soweit geht mein gegenwärthiges Hochgefühl, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass ich Ihnen schon heute vermelde, dass sich die Umgestaltung der EOTC-Seiten in ihrer Endphase befindet, die HP „EOTC GANZ NEU“ also in absehbarer Zeit der Öffentlichkeit präsentiert werden wird. Gleichzeitig lassen Sie mich auf den Umstand hinweisen, dass dies Forum hier dieser Tage ein rundes Jubiläum feyern darf - es war der zwote Novembre Zwotausenduhrfunf, als es an den Start ging. Ein historisches Datum, ein für mich unvergesslicher Moment, der Beginn einer neuen Zeitrechnung! Hurra und Hossa!!!

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

30.10.2010 00:14
#17 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

"...(...) betrachten Sie meine Aussagen zum Werk des Barden als Ausdruck der persönlichen Sicht der Dinge (...)"

Dem soll DANN nichts entgegenstehen, wenn der Prinzipal künftig davon absieht, verbal zu absolutieren und den Anspruch wissenschaftlicher Überprüfbarkeit zu bemühen.
Die Kosten für eine Expertise bzgl. der "Nicht-Sangesfähigkeit" Sinatras spare er sich und lasse dieselben besser wohltätigen Zwecken zukommen. Die Ergebnisse nämlich wären niemals wissenschaftlich haltbar - wer Gegenteiliges behauptet, versteht nichts von der Dynamik des Unterbewusstseins, der immensen Kraft der Subjektivität sowie der Psychologie im Allgemeinen.

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

31.10.2010 11:13
#18 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Tag!

Zitat
Die Ergebnisse nämlich wären niemals wissenschaftlich haltbar - wer Gegenteiliges behauptet, versteht nichts von der Dynamik des Unterbewusstseins, der immensen Kraft der Subjektivität sowie der Psychologie im Allgemeinen.



Dies mag für eine subjektive Beurteilung eines musikalischen Vortrages gelten, jedoch gibt es freilich auch objektive Kritierien, die zur Feststellung der „Sanges-Fähigkeit“ herangezogen werden. Aufgrund solcher Kriterien etwa wird auch an Konservatorien eine Auslese vorgenommen - andernfalls könnte ja ich selbst mich schon morgen für ein Gesangs-Studium bewerben - und Ihr Prinzipal, meine Damen und Herren, kann nun wirklich nicht singen, so gern es ihm leid thut. Es gibt also diese Kriterien - es muss sie geben - und anhand derselben wäre Sinatras Schaffen nach 1973 einer fachkundigen Expertise zu unterziehen.

Meines Dafürhaltens nach wäre das Ergebnis dieser Expertise mit allergrößter Wahrscheinlichkeit, dass Sinatra im schulmäßigen Sinne nach 1973 kein Sänger mehr war. Der Rest ist subjektive Beurteilung, manch einer vermag der Alterstimme des Barden etwas abzugewinnen, manch einer nicht. Ich zum Beispiel beklage immer wieder die allgemeine Grämlichkeit, zittrige Kraftlosigkeit und Weinerlichkeit seiner Balladeninterpretationen in dieser umstrittenen Phase seiner Karriere. Ein besonders schreckliches und abstoßendes Beispiel dafür wäre etwa die Nummer "Searching" aus dem Jahre Neunzehnhundertundzwoundachtzig.

Insofern werden Sie, meine hochverehrten Damen und Herren, sicherlich verstehen können, dass meine Ansichten zum Alterswerk des Barden mithin in der Natur der Dinge liegen. Sinatra war also mit höchster Wahrscheinlichkeit - vom schulmäßigen Standpunkte aus betrachtet - nach seinem ohnehin sehr umstrittenen Comeback nicht mehr zur Ausübung seines Berufes befähigt. Meine Damen und Herren, würden Sie etwa an sich eine Lobotomie durchführen lassen, wenn der Chirurg ein tattriger alter Mann mit zitternden Händen wäre? Vermuthlich nicht, Sie würden sich der Operation verweigern oder zumindest darauf drängen, von einem jüngeren Spezialisten behandelt zu werden. Dies Bild, werthes Publicum, ist eins zu eins auf den gesanglichen Vortrag übertragbar.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

31.10.2010 11:47
#19 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Zitat von Holger Schnabl
Dies mag für eine subjektive Beurteilung eines musikalischen Vortrages gelten, jedoch gibt es freilich auch objektive Kritierien, die zur Feststellung der „Sanges-Fähigkeit“ herangezogen werden. Aufgrund solcher Kriterien etwa wird auch an Konservatorien eine Auslese vorgenommen ...


Das glaube ich kaum. Gerade Konservatorien verwenden unterschiedliche subjektive Kriterien, weil man Kunst, darunter Sangeskunst, nicht objektivieren kann. Ich habe mir extra für diese Diskussion noch einmal fachkundigen Rat geholt: Es hängt schon stark von den dort unterrichtenden Koryphäen und den Mores des jeweiligen Landes ab, worauf Wert gelegt wird.

Was fürs Mozarteum nicht reicht, kann in Sheboygan durchaus begeistern - oder umgekehrt, um niemanden zu beleidigen. Künstlerische Beurteilung kann nicht objektiv sein.

Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

31.10.2010 12:16
#20 RE: Einige Worte zur gegenwärthigen Lage plus Ausblick in die nähere Zukunft Zitat · antworten

Guten Tag!

Mag seyn, aber auf "bestimmte Dinge" wird in jedem Falle Werth gelegt. Die Gewichtung mag von Fall zu Fall anders aussehen, auch liegen die Dinge im Falle eines Aufnahmeverfahrens an einem Konservatorium etwas komplizierter als bei der Feststellung der Sanges-Fähigkeiten des alten Barden. Die Prüflinge an Konservatorien verfügen allesamt über entsprechende Fähigkeiten (darin sollte Einigkeit bestehen), andernfalls sie dorten ohnedies nicht vorstellig werden würden. Die Auslese beginnt ja schon wesentlich früher.

Im Falle der brüchigen, zittrigen verschlissenen Stimme Sinatras also wäre es ungleich einfacher zu einem verbindlichen Endergebnis zu kommen, da er meiner Ansicht nach von den dorten zur Anwendung gebrachten Kritierien (und es gibt hochnothwahrscheinlich diese Kriterien, andernfalls könnte man die Auswahl von Auszubildenden an Konservatorien gleich als TV-Casting mit Publicumswahl veranstalten) nur die Allerwenigsten erfüllen hätte können.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Sehr geehrte Damen und Herren Leserinnen und Leser - Sie befinden sich in einer Kommunikationseinrichtung, welche den ENTERTAINER OF THE CENTURY (mit anderen Worten SINATRA, SINATRA und nochmals SINATRA) in ersprießlicher Weise thematisiert wissen möchte. Geschätztes Publicum: Diese Einrichtung ist in der Tat so hochgradig erquickend, so ungemein gastlich, der Wohlfühlfaktor so enorm hoch, dass es kurzum nichts Geringeres denn eine wahre Lust ist, sich hierorts aufzuhalten und sich durch die mannigfaltigen Rubriken zu bewegen! Sehen Sie sich gut und in aller Ruhe um und Sie werden - darauf mein Wort - nicht umhinkommen zu sagen: "Hier ist es schön, hier will ich bleiben."

*** Wertes Publicum: FRAU CHARLOTTE ROCHE ist eine GÖTTIN - eine WAHRE GÖTTIN ***

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