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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 2.416 mal aufgerufen
 SINATRA - DIE SONGS
Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

21.11.2005 18:12
From The Bottom Of My Heart (1939) Zitat · antworten

Guten Tag!

Wenngleich ich bei den einzelnen Themenstellungen stets darauf achte, Sinatras unterschiedliche Karriere-Abschnitte möglichst gleichmäßig abzudecken, möchte ich dennoch nicht verhehlen, dass mir auch ein klein Wenig daran gelegen ist, das Publicum möglichst auch für eine weitergehende Beschäftigung mit dem Frühwerk Sinatras zu sensibilisieren. Aus eben diesem Grunde führt uns das heutige Thema wieder einmal sehr, sehr weit in die Vergangenheit zurück: From The Bottom Of My Heart.

Der Überlieferung zufolge lassen sich öffentliche Auftritte von Sinatra bis zum Jahr 1932 zurückverfolgen, aber die erste wirklich ernstzunehmende Chance auf den Durchbruch kam 1939 mit dem Engagement beim Harry James Orchester. Mit dieser Band entstanden auch Sinatras erste professionelle Schallplattenaufnahmen.

Die allererste Aufnahme mit dem James-Orchester – obgenanntes „From The Bottom Of My Heart“ - entstand am 13. Juli 1939 und ist heutigentags auf der 1995 herausgebrachten CD „Harry James & His Orchestra featuring Frank Sinatra: Complete Recordings“ enthalten. Diese CD bietet dem Hörer alle zehn Studioaufnahmen mit dem James-Orchester sowie auch einige Radio-Mitschnitte. Ebenso zu finden ist der Song auf vielen Billig-Samplern.

Also dann, liebe Leserinnen und Leser, begeben Sie sich auf eine kleine Nostalgie-Reise und berichten Sie uns von Ihren dabei gewonnenen Eindücken.

From the bottom of my heart I love you
What more can I say?
From the bottom of my heart I need you
You're part of my day

My inspiration is you alone
To call my own
I love you, I love you

From the bottom of my heart I want you
It's you I adore
Ev'ry moment we're apart I miss you
And, darling, what's more

I'd be on my way to heaven
If you'd say "I love you from the bottom of my heart"

From the bottom of my heart I want you
It's you I adore
Ev'ry moment we're apart how I miss you
And, darling, what's more

I'd be on my way to heaven
If you'd say "I love you from the bottom of my heart"


Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.

Sinatra - Entertainer Of The Century
http://www.geocities.com/allthewaysinatra
“...die Diskussion geht weiter!...wo wenn nicht hier, wann wenn nicht jetzt?“

T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

09.12.2005 13:13
#2 RE: From The Bottom Of My Heart (1939) Zitat · antworten
Ich bin wirklich jedes Mal aufs Neue überwältigt, welch ein großer Sänger Sinatra bereits zu diesem Zeitpunkt war.
Manch anderer Interpret dieser und jener Tage könnte sich überglücklich schätzen, das musikalische Format dieses jungen Sängers zu besitzen!
Selbst die berühmte Phrasierung und all die Dinge, welche ihn später einzigartig machten, waren hier bereits im Keimzustande zu erkennen, man kann also sagen, dass die Tage bei Dorsey nur seine natürlichen Fähigkeiten ersprießen ließen, bzw. ergänzt haben.

"From The Bottom Of My Heart" ist als Song wirklich ganz groß, umso trauriger ist es, dass er nach der Studioaufnahme nie wieder darauf zurückgekommen ist.
Der Song glänzt mit einem schönen Text und wird von der James-Band -wie üblich- ganz famos interpretiert, zu etwas Besonderem wird die Aufnahme aber erst durch diesen spindeldürren jungen Mann, Frank Sinatra genannt.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

22.11.2009 21:12
#3 RE: From The Bottom Of My Heart (1939) Zitat · antworten

Guten Tag!

Ich denke es ist eine gute Idee, nach langen Jahren dieses Thema erneut in den Vordergrund zu rücken.
Ich ersuche Sie also, sich mit dieser Aufnahme auseinanderzusetzen und Ihre Eindrücke hierorts zu
schildern.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


Statten Sie bei Gelegenheit auch meiner umfangreichen Sinatra-Webseite einen Besuch ab:
Entertainer Of The Century – Das ULTIMATE EVENT unter den Sinatra-Seiten

F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

22.11.2009 23:00
#4 RE: From The Bottom Of My Heart (1939) Zitat · antworten

Das erste, was mir ins Auge fällt, ist, dass sich das Arrangement wohl nicht entscheiden konnte, welchen Charakter es annimmt. Zurückhaltend, dann wieder mit unmotivierten schnelleren Figuren und im Instrumentalsolo mit einer plötzlichen und unerwarteten Härte. Nicht gerade ein Meisterwerk, weil künstlerisch keine Einheit. Wer hat sich das damals einfallen lassen? Vielleicht hatte der blutjunge Harry James noch nicht genug auf der hohen Kante, um sich eine wirklich großartige Orchestration zu gönnen?

Aber nun zu Sinatra. Solide gesungen, jeder Ton ein Treffer (abgesehen von einem etwas verunsichert intonierten "heaven", vor allem im Take 2). In den besonderen Höhen jedoch verliert er doch recht an Volumen und singt mit einer Zartheit, die an Verlegenheit gemahnt. Eventuell war diese wirklich im Spiel, oder man hatte noch nicht die perfekte Tonlage für Frankies Organ gefunden. Man darf auch nicht vergessen, dass sicherlich nicht für ihn arrangiert wurde, sondern in erster Linie für das Orchester von Mr. James.

Das Stück an sich ist natürlich ein Ohrwurm (mit freundlichen Grüßen an C. Neureuther), aber die Komposition gibt nicht allzuviel an Raffinesse her - gemessen an den Standards von damals. Nach heutigem Maßstab wäre sie durchaus nahezu symphonisch zu nennen. All Or Nothing At All und Stardust halte ich für die kompositorisch größeren Schmankerl aus den veröffentlichten Aufnahmen von Sinatra mit der Band von Harry James. So bleibt für From The Bottom Of My Heart die besondere Aufmerksamkeit des Erstlingsstückes, aber nicht recht viel mehr an Profil.

Ist hier im Saal jemand anderer Meinung?

Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

07.12.2009 13:35
#5 RE: From The Bottom Of My Heart (1939) Zitat · antworten

Guten Tag!

Je nun, besonders augenfällig an dieser Nummer ist sicherlich, wie souverän Sinatra schon damals bei seinen ersten Platten-Aufnahmen wirkt, wenngleich diese Souveränität mitunter von seiner jugendlichen Ausstrahlung etwas gedämpft erscheint. Sinatra konnte damals bereits auf mehrjährige Erfahrungen als Sänger verweisen, nur blieb er zunächst einem breiterem Publicum unbekannt - mit der Harry-James-Band entstanden die ersten Aufnahmen Sinatras, welche auch für eine kommerzielle Verwertung in Form käuflich erwerblicher Tonträger bestimmt waren. Stilistisch bewegt sich der Barde hier noch ganz im Fahrwasser seines Vorbilds Bing Crosby, wir hören hier Crooning der alten, ja ganz alten Schule - es wird also jegliche Härte im Gesang vermieden, die Silben fließen weich und einschmeichelnd. Sinatra sollte noch eine ganze Zeitlang sehr deutlich von Crosby und anderen dieser Schule beeinflusst bleiben.

Das Arrangement weist in der Tat manche Details auf, denen eine gewisse Exzentrik - vor allem natürlich für damalige Verhältnisse - nicht ganz abzusprechen ist. Insgesamt kann es allerdings sehr gut gefallen. Die James-Band war viel näher am Jazz als die Band von Sinatras späterem Brotherrn Tommy Dorsey und es wäre interessant gewesen zu erleben, in welche Richtung sich Sinatra entwickelt hätte, wäre er aus seinem Zwei-Jahres-Vertrag bei James nicht schon nach wenigen Monaten vorzeitig ausgestiegen. Auch mag man es schade finden, dass der Barde auf diesen Song im weiteren Verlauf seiner Karriere kein zweites Mal zurückgekommen ist - in der Capitol-Phase Mitte der Funfziger Jahre wäre eine Neuaufnahme beispielsweise mit Billy May als Arrangeur durchaus interessant gewesen.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

08.12.2009 17:16
#6 RE: From The Bottom Of My Heart (1939) Zitat · antworten

Dass die James-Band näher am Jazz war als das Dorsey-Allstar-Orchester, mag richtig sein. Das lag wohl auch am professionellen Anspruch, den Dorsey von A bis Z seinen Produktionen aufdrückte, sowie an der Tatsache, dass dem Jazz Ende der 30er Jahren noch immer ein Beigeschmack als minderwertige Art von Musik anhaftete. Tanzorchester galten demgegenüber als eher "wholesome entertainment", nachdem die übermäßige Freizügigkeit der 20er Jahre überwunden war. (Wie drückt man das auf Deutsch aus?) Der Eindruck wird verstärkt durch die oft erwähnte Tatsache, dass Dorsey zwar auch flotte (wenn auch durcharrangierte) Nummern im Programm hatte, aber für diese nicht in erster Linie Sinatra zum Einsatz kam.

Doch zurück zu Harry James: Dass Sinatra in seiner Capitol-Phase den eher jazzorientierten Stil wiederaufgenmmen hat, muss nichts mit Reminiszenzen an James zu tun haben. Ich führe es auf den Wandel der Zeiten zurück. Anders ausgedrückt, wäre Sinatra bis 1942 bei Harry James geblieben und hätte sich dann selbständig gemacht, so würde ich daraus nicht folgern, dass er schon früher auf Jazzelemente gekommen wäre.

Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind.

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