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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 299 mal aufgerufen
 DIES UND DAS
Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

23.07.2011 17:34
Oh wie grausig! Zitat · antworten

Guten Tag!

Meine lieben Freunde, sehr geehrte Damen und Herren von wo auch immer her Sie hierher gelangt sein mögen - in Ergänzung meiner Ausführungen bezüglich Herrn Heesters andernorts in dieser Einrichtung erlauben Sie mir folgende Sätze:

Sie wissen, dass für mich das Alter sowie die Krankheit (was oft und oft freilich und naturgemäß Hand in Hand geht) eine Entwürdigung und Demütigung des menschlichen Individuums darstellt. Heutigentags bei der Erledigung meiner Einkäufe (einige lebenswichtige Naturalien, deren Aufzählung ich mir zugunsten der Überschaubarkeit dieses Eintrages versage), schienen mir ganz besonders viele alte Menschen zu begegenen, alte Menschen, die sich großteils mit sichtlicher Mühe fortbewegten, viele bedienten sich sogar Gehhilfen wie Stöcke und Rollatoren, andere wiederum wurden von Begleitpersonen gestützt, während sie vorsichtig ihre Schritte setzten, geradewegs als liefen sie auf dünnem Eise, die zerfurchten Gesichter in tiefste Kummerfalten gelegt.

Angesichts dieser Heerschar von Menschen, die von ihren körperlichen Gebrechen aufs entsetzlichste gedemütigt wurden, erfasste mich jäh eine Art von Panik, die ich nur mit allergrößter Anstrengung einigermaßen zu bemeistern in der Lage war. Meine Damen und Herren, das Erlebnis war ein wahrhaft furchteinflößendes, das dürfen Sie mir glauben. Einfach grauenhaft! Zurück in meinen Gemächern zitterte ich am ganzen Leibe, während mir der Schweiss aus beneih allen Poren drang - ein zufälliger Blick in den Spiegel zeigte mir überdies die angstverzerrten Züge eines Menschen in höchster Not! Tatsächlich, meine Züge waren völlig derrangiert... Stehenden Fußes warf ich zwo Beruhigungstabletten ein (ein Bromazepam-Präparat), um nicht zum entgültigen Opfer meiner mich zu überwältigen drohenden Nöte zu werden. Oh meine lieben Freunde, oh meine sehr verehrten Leserinnen, welch eine unausprechlich entsetzliche Vorstellung, dereinst selbst diese Armee von Arthrose, Gicht und der Himmel was sonst noch für Gebrechen entwürdigter alter Menschen zu verstärken! Und genau dies ist jedoch schier unabwendbar unser aller grausiges Schicksal - die totale Entwürdigung, die voellige Erniedrigung, die entgültige definitive Demütigung unseres Selbst - vom eigenen Corpus schmählich im Stiche gelassen unwürdig dahinzuvegetieren, eine Schande vor der Natur und vor allem vor sich selbst, kein vernunftbegabtes Wesen kann imstande sein, diese finale Demütigung zu ertragen!

Meine lieben Freunde, meine Damen und Herren, wie können Sie nur diese unabänderliche Aussicht ertragen, befällt Sie nicht ebenfalls gleich mir der jähe Schrecken, sobald Sie sich diese unerfreulichen Aussichten vergegenwärtigen? Bereitet Ihnen die Vorstellung künftiger Gebrechlichkeit und Hülflosigkeit keine schlaflosen Nächte, in denen Sie sich die Gnade eines jähen Herzinfarktes bei dereinst ansonsten noch guter körperlicher und geistiger Verfassung geradezu herbeisehnen, um nicht dieser furchtbaren Entwürdigung des Alterns und Kränkelns anheimzufallen? Ich kann mir nicht denken, dass Sie diese Aussichten auf ein so jämmerliches Dasein nicht zu ängstigen vermögen - denken Sie nur an den einst mächtigsten Mann der Welt, Ronald Reagan, und denken Sie daran, was aus ihm wurde - oh Graus, oh Graus! Stellen Sie sich Barack Obama dereinst vor, im Rollstuhl, intubiert, dement, vom Schlagfluss seiner Sprache beraubt oder die Leber und Lunge zerfressen, unfähig seinen Schließmuskel zu kontrollieren! Durch grauen oder grünen Star halb oder ganz des Augenlichts beraubt, zusätzlich taub wie Beethoven in seinen letzten Jahren! Und jetzt, meine Damen und Herren, stellen Sie sich vor, Sie selbst seien derjenige, der von all diesen Gebrechen entwürdigt wird und sagen Sie mir ins Gesicht, dass Sie dabei nicht Schwindel erfasst und Angst und Schrecken ihren Pulsschlag in ungeahnte Höhen treiben!

Alter und Krankheit ist die definitive Geißel unserer Existenz, die Vorwegnahme von Hölle und Fegefeuer, deren Schrecken angesichts der Schrecken des Alters geradezu lächerlich wirken. Die totale Entwürdigung, die Verwandlung in eine Amöbe, jawohl, oh welch ein grausiges Schicksal, wozu da noch das Infarktrisiko senken????

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

23.07.2011 19:53
#2 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Ich habe das bisher kaum so wahrgenommen, aber vielleicht sind die Leute in deiner Region ja auch krankhaft schambehaftet.



Thorsten Bode

Züchtige mich, Herr, - doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht aufreibst.

Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

24.07.2011 01:16
#3 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Angesichts dieses neuerlichen pathologisch-wehleidigen Weltuntergangsgejammers sage ich meinem festen Vorsatz vorübergehend adieu, um nun endgültig, hochnotwendig und dringendst(!) die umgehende Konsultierung eines Psychiaters anzuraten, was vermutlich jedoch zu spät sein dürfte.
Gerne setze ich mich hierbei dem zu erwartenden Vorwurf aus, mich selbst zu diskreditieren. Darüber stehe ich angesichts eines solchen Geseieres eines offenbar Lebensuntüchtigen, der stets und ständig den alten Sinatra in jeder Hinsicht geißelt und in den Staub schreibt, selbst jedoch nicht den geringsten Mumm offenbart, das Leben eben nicht nur mit seinen Schön-, sondern auch seinen Scheußlichkeiten anzunehmen,
Alles, wirklich alles hienieden ist biopolar - einige Wenige werden es nie verstehen. Traurig, da ich dem Verfasser trotz des vermeintlich bösen Tenors mancher meiner Kommentare nicht im Geringsten Schlimmes will und längst weiß, dass ihn die Gier nach Provokation, nach "Leben" auf diesen Seiten den Blick auf jegliche Grenze desaströs verhagelt...

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

24.07.2011 01:22
#4 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

P.S.
Wäre ich wirklich von boshafter Natur, hätte ich gepostet, bei einer realen Begegenung mit dem Verfasser dieser Jammerarie auch der Kontrolle über meinen Schließmuskel notwendigerweise und kurzfristig verlustig zu werden.
Da ich jedoch eine gute Kinderstube genoss, bleibt es beim (imaginären) Konjunktiv.

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

24.07.2011 01:27
#5 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Ich erinnere mich noch gut an den Vater eines damaligen guten Freudes aus der 4. oder 5. Klasse, einmal kam er zu uns in den Vorgarten als wir gerade irgendwas spielten und sagte dann: "Oy Johannes, du solltest doch den Rasen mähen; was sollen denn nur die Nachbarn denken".
Nachbarn übrigens, die so wie ich das mitbekommen habe, dieser Familie nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gegönnt haben.

Irgendwie habe ich jetzt Lust auf Loriot.



Thorsten Bode

Züchtige mich, Herr, - doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht aufreibst.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

24.07.2011 09:54
#6 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Guten Tag!

Halten zu Gnaden, aber mir die Konsultierung eines Psychiaters anzuraten, nur weil ich aufgrund längeren und intensiven Nachsinnens über oben angesprochene Problematik einen langen und tiefen Blick hinter einen gern geschlossen gehaltenen Vorhang getan, die Dinge in ihrer ganzen monströs-erschreckenden und unvermeidlichen Tragik erkannt habe, mich mit dem beschäftigte, was die Gesellschaft aufgrund eines nicht unverständlichen Unbehagens gern beiseite drängt, finde ich hochgradig überzogen und stellt sich letztlich wohl nur als eine Art Panikreaktion des Schreibers dar, welcher die von mir angesprochenen unableugbaren Realitäten selbst gleich vielen anderen unter den Teppich gekehrt wissen will, um seine eigene Befindlichkeit nicht durch die Auseinandersetzung mit diesem Thema, welches uns gleichwohl alle anbetrifft, zu gefährden.

Ja in der Tat, mir nun unterschwellig Geisteskrankheit unterstellen zu wollen, beweist doch nur das Bemühen um die Verdrängung der Erkenntnis, dass wir alle der Entwürdigung durch Krankheit und Alter ausgeliefert sind, mancher früher, manche später, schlußendlich aber ausnahmslos alle in diesen unausprechlich elenden und demütigenden Zustand eintreten, wo jegliche Würde zwangsläufig verloren gehen muss, denn Würde verträgt sich nunmal nur sehr schlecht mit Gebrechlichkeit, Demenz, tödlichen Krankheiten und vollständigem körperlichen Verfall, welcher seinerseits wiederum so unaussprechlich demütigend ist, dass sich dafür kaum Worte finden lassen. Gebet mir eine halbe Stunde mit einem Psychiater Ihrer Wahl und ich werde ihn stehenden Fußes von meinen Ansichten zu überzeugen wissen, ist er doch als Wissenschaftler in erster Linie der Vernunft und der Logik verpflichtet.

Und die Vernunft und Logik sagt zwingend, dass Alter, Siechtum und Krankheit unvereinbar sind mit der Würde des Individuums. Wer zum Beispiel keine wissentliche Kontrolle über seinen Schließmuskel mehr auszuüben in der Lage ist, kann sich nicht einmal das letzte Quentchen Würde bewahren, das ist Faktum. Wie, meine Damen und Herren, wollen Sie Ihre Würde bewahren, wenn Sie vermittels einer Magensonde ernährt werden müssen, Sie nur durch summende Apparaturen, welche mit mannigfaltigen Schläuchen mit ihrem welken, siechen Körper verbunden sind, an ein Leben gekettet sind, dessen Sie zwangsweise längst überdrüssig geworden sind. Meine Damen und Herren, wir befassen uns hier mit der großen und essentiellen Tragik des Seins, da sollten wir um eine sachliche Diskussion bemüht sein, nicht in starre Abwehrhaltungen verfallen, die wiederum nur die unterschwellige Pankik vor den von mir geschilderten Zuständen zum Ausdrucke bringen. Denn kein vernunftbegabtes Wesen kann ohne Schauder daran denken, zu welchem Ruinen-Dasein es dereinst verdammt ist, unausweichlich verdammt, so ihn nicht zuvor der Blitz erschlägt oder die Straßenbahn zermalmt, beides Alternativen, die ich persönlich einem langen und demütigenden Siechtum bei weitem vorziehe.

Nur zu gern würde ich erfahren, was etwa die verehrte Frau Roche zu diesem Thema zu sagen hätte, doch leider habe ich nicht den Schimmer einer Idee, wie sie hierherleiten und für einen ersprießlichen Diskurs hierorts erwärmen. Dennoch bin ich fast sicher, dass sie meine Argumentation stützen würde.

Überdenken Sie - meine hochverehrten Leserinnen und Leser - meine bislang klargelegten Positionen in Ruhe und Unvereingenommenheit und Sie werden mit großer, nein: allergrößter Wahrscheinlichkeit kaum umhinkönnen, mir Recht zu geben, alles andere wäre in meinen Augen Realitätsverweigerung.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

24.07.2011 15:07
#7 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Zitat
Denn kein vernunftbegabtes Wesen kann ohne Schauder daran denken, zu welchem Ruinen-Dasein es dereinst verdammt ist, unausweichlich verdammt, so ihn nicht zuvor der Blitz erschlägt oder die Straßenbahn zermalmt, beides Alternativen, die ich persönlich einem langen und demütigenden Siechtum bei weitem vorziehe.


Oder beim Ficken tot umfallen, quasi das letzte Stoßgebet oder: beim Sahneschlagen den Löffel abgeben.
Entschuldigung, aber diese Alternative fehlte noch in diesem ach-so-charmanten Frettchen... äh Threadchen.

Zitat
Ja in der Tat, mir nun unterschwellig Geisteskrankheit unterstellen zu wollen, beweist doch nur das Bemühen um die Verdrängung der Erkenntnis, dass wir alle der Entwürdigung durch Krankheit und Alter ausgeliefert sind, mancher früher, manche später, schlußendlich aber ausnahmslos alle in diesen unausprechlich elenden und demütigenden Zustand eintreten, wo jegliche Würde zwangsläufig verloren gehen muss, denn Würde verträgt sich nunmal nur sehr schlecht mit Gebrechlichkeit, Demenz, tödlichen Krankheiten und vollständigem körperlichen Verfall, welcher seinerseits wiederum so unaussprechlich demütigend ist, dass sich dafür kaum Worte finden lassen.



Du machst das schon sehr klug, in dem du "Krankheit und Siechtum" mit Alter verbindest. Das weckt von jeher typische Assoziationen, die eine Argumentation deinerseits erleichtern. Was ist mit Behinderten, was mit Leuten, die gar aufgrund eines Unfalls einer Behinderung anheim gefallen sind und doch ihr Leben meistern? Es gibt genug, auch alte und sehr alte Leute, die trotz dessen ihren Spaß am Leben bewahren, arbeiten gehen, Hobbys pflegen und sogar Großes vollbringen. Was ist mit den Bemühungen der Gesellschaft, auch diese Personengruppen am Leben teilhaben zu lassen und sei es dadurch, weil man so etwas profanes wie eine Rollstuhlrampe oder einen Hochbahnsteig baut? Für all diese Personen und Gruppen, die seit jeher um die Besserstellung - nein, Gleichstellung (etwas, das dir als Kommunist doch ein Anliegen sein müsste) kämpfen, müssen diese Einlassungen ein Schlag ins Gesicht sein.
Nehmen wir einmal das extremste Beispiel in jeder Hinsicht, nämlich Stephen Hawking. Das ist ein Mann, der ohne Übertreibung zu den brilliantesten und wichtigsten Köpfen der letzten 100 Jahre gezählt werden kann und das OBWOHL er rein körperlich nur mehr wie eine Pflanze daherkommt, die sich hin und wieder im Wind wiegt. Und ein Mann, der sich mit Sicherheit auch nicht aus eigener Kraft den Pöter abwischen kann.

Das Leben ist in der Tat viel zu komplex und, ja, facettenreich um es mit Etiketten wie "würdevoll" und "nicht würdevoll" zu versehen.
Ein Jeder ist stattdessen angehalten, das eigene und das Leben Anderer aktiv ein Stück weit lebenswerter zu machen, dazu braucht es manchmal ganz wenig, oftmals reicht es gar, den Leuten einfach mal ein Ohr zu schenken anstatt sie während des Einkaufens bei ihrem "würdelosen Gang" zu beobachten oder von der eigenen Dachstube aus verquaste Einlassungen zu schreiben.

In was wir nun in letzter Konsequenz hineingeraten würden, wäre eine Diskussion über Euthanasie, Sterbehilfe, Abtreibung, PID und weiß-der-Geier-was-noch; wohlgemerkt alles Themen, die ebenso brisant wie wichtig sind, weil die Gesellschaft im Interesse der Betroffenen zu Lösungen kommen muss, die mir aber in diesem Rahmen ein Graus wären. Ein Ekel, eine Pein und sogar eine Würdelosigkeit.

Zitat

Nur zu gern würde ich erfahren, was etwa die verehrte Frau Roche zu diesem Thema zu sagen hätte, doch leider habe ich nicht den Schimmer einer Idee, wie sie hierherleiten und für einen ersprießlichen Diskurs hierorts erwärmen. Dennoch bin ich fast sicher, dass sie meine Argumentation stützen würde.



Oh, wie grausig, dass solch ein Thema in einer Rubrik wie "GESUNDHEIT - SCHÖNHEIT - KOSMETIK - FASHION - LIFESTYLE" abgehandelt wird. Was sollen wir hier mit Frau Roche, warum laden wir nicht gleich Heidi Klum ein? Wenn wir Themen wie Inkontinenz und Ringmuskelinsuffizienz dann abgehandelt haben, geht's mit "Frau Klum" dann gleich aufs Klo zum Übergeben.



Thorsten Bode

Züchtige mich, Herr, - doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht aufreibst.

Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

24.07.2011 23:50
#8 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Den Kommentar des Administrators, klug, vernünftig und realistisch verfasst, kann ich 100%ig unterschreiben, wogegen die höchst undifferenzierten Beiträge des Mitglieds, auf das er sich bezog, kaum noch in ihrer unfreiwilligen Komik steigerbar sind, wie sie auch ein pathologisches Selbstbildnis darstellen, das ich nur noch als höchst besorgniserregend bezeichen kann.
Besonders aber erschüttert mich das abgrundtiefe Unwissen:

"Gebet mir eine halbe Stunde mit einem Psychiater (...) und ich werde ihn stehenden Fußes von meinen Ansichten zu überzeugen wissen, ist er doch als Wissenschaftler in erster Linie der Verunft und Logik verpflichtet." Dieser Überzeugung ist übrigens JEDER Patient, der ähnliche Auffälligkeiten offenbart. Und ich weiß sehr genau, wovon ich hier rede.

KEIN(!) Psychiater dieser Welt ist der "Vernunft und Logik" verpflichtet. Das kann er gar nicht, das darf er nicht, das würde er nie. Wäre/könnte/dürfte/würde er das, könnte er keinen einzigen Tag praktizieren; wie weit käme er mit seiner "Logik", seiner "Vernunft", wollte er - nehmen wir ein aktuelles Beispiel - die tief verwurzelten Motive des irren Massenmörders von Norwegen analysieren oder gar ans Tageslicht befördern? Erschreckend für mich insbesondere, dass es überhaupt ein des Lesens und Schreibens kundiges Individuum gibt, dass trotz Erlangung solcher Grundkompetenzen fähig ist, derart Törichtes zu veröffentlichen und der trotz zugeschrieben reifen Alters nicht verstanden hat, dass sich die menschliche Psyche jeglicher Vernunft oder Logik LOGISCHERWEISE entzieht.
Genau hier ist das Dilemma des Verfassers verankert. Und das kann ich nur noch als bemitleidenswert und tragisch empfinden.
Obwohl als beratungsresistent seit Langem bekannt lege ich ihm nahe, sich auf seine Kernkompetenz, den Fakten(!) zu Sinatra, zu beschränken, die hündische Anbiederung an die zu Recht in den Untiefen ihrer eigenen Feuchtbiotope versunkene gewisse Dame privat zu huldigen und gleich morgen einen Termin bei einem Psychiater zu erbitten.
Den allerdings wird er keineswegs "stehenden Fußes von (seinen) Ansichten zu überzeugen" vermögen, sondern von selbigem vor Umsetzung dringend akuter Handlungsszenarien zumindest notversorgt.
(Übrigens meinte ich kürzlich nicht "bio-", sondern natürlich bipolar).

Auch mir ist jetzt nach Loriot, und zwar dem 75.Geburtstag. Mal sehen, wie gramgebeugt er mit der "elenden Bürde" dieses hohen Alters umgeht. Vielleicht ereilt ihn ja der Exitus beim viagraunterstützten F... Welch herrliche Vorstellung, Schluss beim letzten Schuss!

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Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

25.07.2011 14:40
#9 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Guten Tag!

Sehr geehrtes Publicum, meine lieben Freunde! Ich sehe mich gezwungen, zwiefachen heftigen Protest einzuschieben, eine ungewöhnliche Maßnahme für einen Mann, der sich gewöhnlich ganz der Besonnenheit verschrieben hat:

Zunächst einmal erwähnen möchte ich die fast schon übertrieben wirkende Aversion gegen meine Person, welche Ulrich in immer heftiger werdenden verbalen Attacken zum Ausdrucke bringt. Die Kritik an Meinungen, die man aus welch Gründen auch immer nicht zu teilen vermag, sollte nicht in harschen Angriffen auf persönlicher Ebene zum Ausdrucke gebracht werden. Besonders auffällig ist die grundsätzliche Opposition, in welcher Kollege Ulrich sich stets befindet, egal welches Thema betreffend, nimmt er für sich in Anspruch, Recht zu haben und tut meine Argumentation in elf von acht Fällen als schlicht dumm und gegenstandslos ab. Würde ich behaupten, nach einem Regen wären die Straßen nass, so würde er vermutlich auch dies aus grundsätzlicher Opposition verneinen.

Zum Zwoten lege ich Einspruch gegen die Ansicht meines Vorredners ein, ein Psychiater sei nicht der Logik und Wissenschaft verpflichtet. Was denn sonst, meine Damen und Herren, als Arzt ist er natürlich der Logik und Wissenschaft verpflichtet, anders könnte niemals eine ernstzunehmende Diagnose zustande kommen, wäre er kein Arzt, sondern bestenfalls Schamane, schlimmstenfalls Kaffeesud-Leser. Psychische Erkrankungen haben genauso wie körperliche Erkrankungen eine Ursache, die durch wissenschaftliche Untersuchung abgeklärt werden kann. Angstneurosen etwa liegen zumeist Traumata aus der Kindheit oder der Jugend zugrunde, die Motive eines Amokläufers sind fast immer mit atypischen Sozialisationserfahrungen erklärbar. Die Spurensuche in der Seele des Patienten ist eine nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten (u.a. das Ausschlussverfahren) durchgeführte Untersuchung des jeweiligen Falles. Mitunter sind die Ursachen psychischer Auffälligkeiten auch in fehlgesteuerten chemischen und elektrischen Abläufen im Gehirn begründet - all dies ist mithülf entsprechender Apparaturen wissenschaftlich weitestgehend messbar, medizinische Präparate können sodann auf chemische Weise regulierend Abhilfe schaffen. Dies zur Ehrenrettung eines Berufstandes, welchem hier von meinem Vorredner geradezu jeglicher wissenschaftlicher Hintergrund abgesprochen werden soll. Ein Psychiater ist ein promovierter Mediziner und kein dubioser Mentaltrainer oder Motivationscoach, der mittels pseudo-esoterischem Schnick-Schnack und ohne entsprechend fundierte wissenschaftliche Ausbildung Leuten Geld aus der Tasche zieht.

Selbstverständlich also ist die Motivation eines Amok-Läufers mit den Mitteln der Logik zu ergründen, wie überhaupt alles mit den Mitteln der Logik erklärbar ist und sein muss. - Auch die Psyche ist mit diesen Mitteln zu analysieren, ist die Psyche bzw. der gegenwärtige psychische Zustand doch nichts anderes als die logische Summe und Folge von Eindrücken, die sich auf diese und jene Art als Geisteszustand manifestieren. Selbstverständlich ist die Psyche logisch erfassbar, logisch analysierbar und etwaige Störungen mithülfs der Logik zu behandeln, alles andere zu behaupten hieße mit einem Mystizismus zu kokettieren, welcher seinen Platz im unaufgeklärten Mittelalter hat. Die Psyche des Menschen ist eine Klaviatur, der Zustand der Psyche abhängig davon, welche Tasten zu welcher Zeit unter welchen Voraussetzungen angeschlagen wurden. Diese Klaviatur ist bei jedem Menschen grundsätzlich dieselbe, allenfalls ist sie bei diesem oder jenem Menschen in einer anderen Tonart gestimmt, als Ergebnis der jeweiligen charakterlichen Präposition. Unter denselben Bedingungen denselben Einflüssen ausgesetzt, wird jeder Mensch dieselben Reaktionen auf diese Einflüsse zeitigen - eine minimale Abweichungsbreite inkludiert, welche sich allenthalben durch den jeweiligen Charakter ergibt. In Summe jedoch ist Hinz gleich Kunz.

Dass die Würde des Menschen mit seiner Fähigkeit, ein selbstbestimmtes Leben mit selbstbestimmten Handlungen zu führen, aufs engste und untrennbar verquickt ist, bedarf eigentlich keiner gesonderten Erwähnung - wo die Selbstbestimmtheit durch Krankheit oder Alter abnimmt oder gänzlich abhanden kommt, schwindet im selben Verhältnis naturgemäß die Menschenwürde. Die Logik und Vernunft sprechen hier für sich, sie sind die Väter dieser Schlussfolgerung, die logisch absolut unanfechtbar ist, ein Anfechten aus emotionalen Gründen wird sich hingegen immer als reine Sentimentalität erweisen, welche in den seltensten Fällen dienlich ist. Natürlich ist es angenehmer, während der Kopulation das Zeitliche zu segnen, als nach jahrelangem Siechtum auf der Geriatrie. Ein jäher Herztod während des Rosenschneidens ist jedoch vielleicht sogar noch vorzuziehen, sind doch die Umstände weniger hektisch und in den meisten Fällen keine zwote Person gegenwärtig (wie im Falle der Kopulation), welche aufgrund Schockzustandes zusätzlich notversorgt werden müsste.

Sollte es tatsächlich Menschen geben, welche die Beeinträchtigungen, welche sie durch Krankheit und Alter erfahren wider jegliche Vernunft nicht als erniedrigend empfinden, so läßt dies meinen Überlegungen zufolge nur folgende logische Schlussfolgerung zu: Diese Personen haben entweder ein völlig unterentwickeltes Würdebewusstsein oder aber sind durch ihre bisherigen wenig erfreulichen Lebensumstände vor Eintritt der Beeinträchtigungen bereits soweit ihrer Würde beraubt worden, dass sie den neuerlichen Würdeverlust gar nicht mehr zur Kenntnis zu nehmen in der Lage sind.

Selbstverständlich wird auch Stephen Hawking durch sein Gebrechen entwürdigt und gedemütigt - er vielleicht sogar ganz besonders, da nicht ausgeschlossen, vielmehr mit einiger Sicherheit angenommen werden kann, dass ein brillianter Verstand den Verlust selbstbestimmten Handelns als ganz besonders erniedrigend empfindet.

Die moderne Gesellschaft wird ferner innerhalb der nächsten zwei bis drei Generationen nicht darum herumkommen, auch umfassende und humane Euthanasie-Konzepte auszuarbeiten. Der medizinische Fortschritt ermöglicht es mittlerweile, einen Menschen ohne Sinnesempfindung vermittels Apparaturen zur künstlichen Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen am Leben zu erhalten, ihn an eine völlig würdelose Existenz zu ketten, der er sich - im Gnadenfall - gar nicht mehr bewusst ist. Das Prinzip des Am-Leben-erhaltens-um-jeden-Preis wird fraglos überdacht werden müssen. Schon die explodierenden Kosten im Gesundheitssystem durch die immer höher werdende - künstlich hinaufgeschaukelte - Lebenserwartung werden dies unumgänglich machen. Ich verweise in diesem Zusammenhange auf begrüßenswerte Einrichtungen in der Schweiz, welche entsprechend willigen Personen die Unerträglichkeit des Seins gnadenvoll verkürzen.

Schlussendlich fordere ich Ulrich auf, auf Beleidigungen der von mir über alle Maßen hochgeschätzten und unendlich verehrten Frau Roche Verzicht zu leisten bzw. seine Anwürfe gegen diese vielseitig begabte und zauberhafte Künstlerin endlich zu präzisieren, auf dass man endlich erführe, worauf sich die Abneigung gründet. Ich hoffe inständig, er projiziert nicht seine Aversion meine Person gegenüber auf die von mir so hochgradig verehrte Persönlichkeit, denn dies würde Frau Roche und ihren mannigfachen Verdiensten um die deutsche Medienlandschaft nicht gerecht. Frau Roche ist ein in absolut jeglicher Hinsicht wundervolles, anbetungswürdiges Geschöpf mit hervorragenden und beneidenswerten Fähigkeiten, Attributen und Talenten. Dass dies nicht von allen geschätzt wird, liegt einerseits in Neidgefühlen, andererseits schlicht in der Stumpfheit des Publicums begründet. Frau Roche zum Gegenstand der Anbetung zu machen, ist angesichts der enormen Vielzahl von Vorzügen, welche sie aufzuweisen hat, nur völlig logisch.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Ulrich Groh
Erzürnter


Beiträge: 191

26.07.2011 01:49
#10 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Auf die Einlassungen zur menschlichen Psyche werde ich nicht eingehen, da meinerseits in Kurzform alles Erforderliche hierzu bereits gepostet wurde, ich Psychologie studiert habe und keinerlei Veranlassung sehe, mich hier zu rechtfertigen. Glaube jeder, was er glauben will.
Die Aversion gegen den Vorredner ist tatsächlich existent, bezieht sich jedoch nicht auf seine Kernkompetenz zielende Beiträge, die ich grundsätzlich schätze und als mitunter durchaus diskursfähig betrachte. Sie erwuchs aus einer Vielzahl von gezielten und bewusst gezielten Provokationen, die man, für sich alleine gesehen, noch kopfschüttelnd hinnehmen und als persönlichkeitsimmantes Charaktermerkmal hätte akzeptieren können.
Zutiefst zuwider aber ist mir Scheinheiligkeit, und auf diesem Gebiet tat sich der Besagte in der Vergangenheit immer wieder besonders unrühmlich hervor. Nie vergesse ich seine Signatur, die sinngemäß das Abfaulen der Glieder derjenigen forderte, die gegen die Regeln der Gemeinschaft verstoßen.

Ich muss hier für Eingeweihte kaum erwähnen, dass er sich u.a. mit dem Attribut "Humanist" schmückt. (Und dieser "Humanist" redet nun aktuell in einem relativ geschickt, doch nicht geschickt genug verpackten Beitrag der Euthanasie das Wort).

Darauf in kritischer Weise angesprochen, verschwand besagte Signatur über Nacht.

Ähnlich geharnischte Beispiele könnte ich zuhauf anführen, um meine Argumentation zu stützen. Der Platz reichte aus. Doch wofür, zu welchem Zweck? Wer den Ex-Prinzipal und seine verquast-theatralisch-altertümlichen Einlassungen kennt, hat sich selbst längst eine eigene Meinung gebildet und dieses an sich fantastische Forum ebenso irritiert wie zuweilen verstört verlassen. Auch ich liebäugelte (und liebäugele) noch immer mit dem finalen "Aus", da eben dieses Forum infolge der persönlichkestsimmanenten Charaktermerkmale durchaus kein "lauschiges Plätzchen", sondern allzu oft einen Ort der Frustration darstellt.
Frustration erzeugt IMMER Aggression. Darüber sollte der Betreffende in erster Linie sinnieren, wenn er "mithülfs" (??) moderner Technik die Tastatur zu bedienen sich veranlasst sieht, um überzogen provozierend wie auch exzessierend frisches Blut für diese "lauschige Ecke" zu rekrutieren, die sich dann durch denselben(!) sehr bald als unwirtliche wie auch zugige Sackgasse entlarvt (was zu realisieren er leider nicht mehr in der Lage ist).

Völligen Unsinn und Verkennung der Tatsachen spiegelt der an mich erhobene Vorwurf wider, grundsätzlich und per se eine konträre Position einzunehmen. Wogegen ich mich wehre, sind Dogmatismus, Rechthaberei, Selbstgefälligkeit, in wohlfeile Worte verpackte Dummheiten und nicht zuletzt Scheinheiligkeit.
Dass ich damit nicht alleine stehe, demonstrierten etliche Zuschriften, die ich privat erhielt, die von der Unmöglichkeit längeren Aufenthaltes "hienieden" berichteten und die niemals dieses Forum an sich, jedoch stets die Person H.Schnabl sowie die Unmöglichkeit der neuerlichen Begegnung mit derselben thematisierten.

Und was bewusste Dame der Feuchtgebiete anbetrifft: Die eigene Empfindung der Anbetungswürdigkeit derselben auf sämtliche Zaungäste zu projizieren wie auch gleichzeitig zu erwarten, dass die Gottgleichheit Bewusster von jederman in gleichem teenagerähnelndem Fanatismus geteilt wird, beweist EXAKT die in diesem Thread von mir erhobenen wenig schmeichelhaften, doch leider mehr als zureffenden Statements, die ich wahrlich nicht gerne verschriftlichte, aber unabdingbar erschienen - leider.

"Die Überzeugung, dass es nur eine Wahrheit gibt und man selbst in ihrem Besitz ist, ist die tiefste Wurzel allen Übels der Welt." (Max Born)

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

26.07.2011 13:42
#11 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Guten Tag!

Endlich bekennt Ulrich sich offen zu seiner Aversion mir gegenüber, welche ohnehin niemandem mehr verborgen bleiben konnte. Die persönliche Antipathie also ist es, die es ihm unmöglich macht, mit mir in einen ersprießlichen Diskurs zu treten, umso betrüblicher als ich ihm in völlig konträrer Weise gegenüber stehe, sogar große Sympathie für ihn hege.

Zur grundsätzlichen „Unmöglichkeit“ sich hienieden aufzuhalten:
Stets wird meine Person vorgeschoben, wenn es darum geht, Erklärungen dafür zu finden, warum es nicht gelingen mag, diese Einrichtung entsprechend ihrer Zielsetzung in Fahrt zu bringen. Dies aber wirft zugleich die Frage auf, warum dann eigentlich das andere Sinatra-Forum ebensowenig floriert, vom bisherigen Eigentümer wohl aus Frustration über die so wenig erfreuliche Situation an eine Sinatra-affine Organisation abgegeben wurde, worauf sich freilich an der Grundsituation (kleinere farbliche Korrekturen ausgenommen) wenig um nicht zu sagen nichts änderte. Was also hält die Sinatra-Interessierten an einer ersprießlichen Beteiligung DORTEN ab, wo ich NICHT zugegen bin. WER oder WAS verursacht dorten die Unmöglichkeit zu Sinatra zu diskutieren, was läßt dorten die Mitglieder schweigen - nominell Hunderte (!!!) doch aktiv beteiligen sich gerade eine Handvoll und die wenigsten zum Thema Sinatras Musik, was, meine Damen und Herren, ist der Grund hierfür?

Nebenbei bemerkt könnte ich jetzt die These vertreten, dass in dieser oben erwähnten Einrichtung zu Zeiten einer aktiven Beteiligung meinerseits (und auch Thorstens) beträchtlich mehr Leben herrschte als in den Jahren, die seit meinem bzw. unserem dortigen Nicht-mehr-Wirken durchs Land gewehet sind. Wie aber verträgt sich dieser Umstand mit der Hypothese, ich trüge die Verantwortung, wenn in einem Sinatra-Forum etwas nicht nach Plan verläuft?

Machen Sie doch nicht ständig mich für alles verantwortlich, was in dieser Einrichtung hier nicht zum Besten steht. Ich mühe mich redlich hierorts Diskussionen zu Sinatra anzukurbeln, wofür mitunter schon ein gerüttelt Maß Anstrengung notwendig ist, da man beim Abfassen des Themas schon weiß, dass vermutlich niemand das Thema aufgreifen wird (siehe etwa Thema 2011 - Das Geheimnis Sinatra´s Erfolges).

Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich stehe zu meinen Ansichten, auch wenn sie manchem im Einzelfalle exotisch erscheinen mögen - Meinungs- und Redefreiheit sind meines Wissens nach einstweilen noch intakte Bestandteile unserer Kultur - und bedarf nicht der ständigen Schulmeisterei durch andere, die zwar meinen, alles sehr viel besser zu wissen, aber schlußendlich es beim Verneinen belassen, anstatt Argumente zu liefern. Es ist in der Tat betrüblich, dass ein Mann mit dem Potenzial eines Ulrich hierorts vorrangig nur dann den Stift wetzt, wenn es gilt eine neuerliche Attacke gegen mich zu reiten. Allen wäre sehr viel mehr gedient, er verwandte seine Energie und seine Wortgewandtheit auf die sinatragewidmeten Themen, hier könnte er aktiv dazu beitragen, diese Einrichtung durch seine Beiträge attraktiver zu machen, vielleicht sogar so attraktiv, dass sich auch jene, die dies gegenwärtig für nicht möglich halten, wieder hierorts einfinden, weil man eben genau hier immer noch am besten zu Sinatra diskutieren kann, weil hier eben die INTERESSANTERE und VIELSCHICHTIGERE Aufarbeitung von Sinatras musikalischer Hinterlassenschaft stattfindet und dieser Umstand sehr viel mehr Gewicht hat als die vermeintliche Exzentrik des einen oder anderen Mitglieds. Seit Jahren und Jahren predige ich erfolglos, dass das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen sei, meine Appelle stoßen auf taube Ohren.



Zu guter Letzt: Ich frage mich aktuell, warum man kein Humanist sein soll oder sein darf, wenn man Überlegungen zur Euthanasie anstellt? Ein Gnadenakt um einen Menschen von unerträglichem Leid zu erlösen, muss immer seinen Platz in einem humanistischen Weltbild haben, meine sehr verehrten Damen und Herren. Am Rande vermerkt: Als Freidenker genieße ich ohnedies das Privileg, Gedankengänge und -modelle jeglicher Art aufzustellen, ohne jede Behinderung oder Rücksichtnahme auf gängige Weltbilder und Ideologien. Der Freidenker kennt den Begriff „Tabu“ nicht, darf ihn nicht kennen, wenn er sich in seinen Überlegungen welch Thema auch immer anbetreffend, ergeht.

In der Tat: die Gesellschaft wird das Thema Euthanasie ent-tabuisieren müssen, da führt kein Weg vorbei! Der Arzt darf nicht länger durch einen nicht zeitgemäßen Kodex dazu verdammet sein, Leid zu verlängern, im Gegentheile muss ihm die Möglichkeit eingeräumt werden, aussichtsloses Leid zu beenden. In diesem und einem erweitereten Zusammenhange spreche ich Herrn Gunter Sachs meine Hochachtung aus, welcher nach der Diagnose von Alzheimer dem Pistol vor einem entwürdigenden Siechtum den Vorzug gab. Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist Würde, das ist Größe! Ebenso großartig ist das Verhalten von Hemingway, welcher sich den Verfallsprozess seines Körpers ersparen wollte und stattdessen lieber die Flinte ansetzte, um einen selbstbestimmten Abgang in Würde zu haben.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

27.07.2011 01:13
#12 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Zitat
Dies aber wirft zugleich die Frage auf, warum dann eigentlich das andere Sinatra-Forum ebensowenig floriert, vom bisherigen Eigentümer wohl aus Frustration über die so wenig erfreuliche Situation an eine Sinatra-affine Organisation abgegeben wurde, worauf sich freilich an der Grundsituation (kleinere farbliche Korrekturen ausgenommen) wenig um nicht zu sagen nichts änderte.



Apropos, was macht eigentlich Herr Vogel? Man hört so gar nichts mehr von ihm...



Thorsten Bode

Züchtige mich, Herr, - doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht aufreibst.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

27.07.2011 18:09
#13 RE: Oh wie grausig! Zitat · antworten

Guten Tag!

Nach langen Jahren, in denen der Doktor seiner Passion geradezu obsessiv oblag, musster er fast zwangsläufig einmal ermüden - jedoch bin ich sicher, er wird schon in Bälde wieder seine Schwingen spreizen und zu neuen Höhenflügen ansetzen, das Darben der Sinatra-Gemeinde ein Ende finden.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Sehr geehrte Damen und Herren Leserinnen und Leser - Sie befinden sich in einer Kommunikationseinrichtung, welche den ENTERTAINER OF THE CENTURY (mit anderen Worten SINATRA, SINATRA und nochmals SINATRA) in ersprießlicher Weise thematisiert wissen möchte. Geschätztes Publicum: Diese Einrichtung ist in der Tat so hochgradig erquickend, so ungemein gastlich, der Wohlfühlfaktor so enorm hoch, dass es kurzum nichts Geringeres denn eine wahre Lust ist, sich hierorts aufzuhalten und sich durch die mannigfaltigen Rubriken zu bewegen! Sehen Sie sich gut und in aller Ruhe um und Sie werden - darauf mein Wort - nicht umhinkommen zu sagen: "Hier ist es schön, hier will ich bleiben."

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