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 SINATRA - DIE STUDIO-ALBEN
Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

23.11.2011 18:20
Frank Sinatra Sings Great Songs From Great Britain (Reprise, 1962) Zitat · antworten

Guten Tag!

Ein in mancherlei Hinsicht aus der Art geschlagenes Sinatra-Album soll hierorts im Mittelpunkt unserer Betrachtungen stehen, ein Album, welches nämlich ausschließlich Songs britischer Herkunft enthält und welches überdies in den USA selbst jahrzehntelang gar nicht käuflich zu erwerben war - kurios, ich weiß... aber so steht´s nun mal geschrieben.



The Very Thought Of You
We´ll Gather Lilacs In The Spring
If I Had You
Now Is The Hour
The Gypsy
Roses Of Picardy
A Nightingale Sang In Berkeley Square
A Garden In The Rain
London By Night
We´ll Meet Again
I´ll Follow My Secret Heart



Dieses Album, sehr verehrte Damen und Herren, ist zumindest in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Erstens handelt es sich bei dieser Platte um die einzige Einspielung des Sängers, auf der ausschließlich NICHT-amerikanische Songs zu hören sind, zweitens ist bemerkenswert, dass dieses Album lange Jahre in den USA überhaupt nicht erhältlich war.

Offenbar rechnete die Plattenfirma Reprise Records mit einem unterdurchschnittlichen Verkaufserfolg und war daher möglicherweise aus Prestigegründen bestrebt, einen kommerziellen Flop in Amerika möglichst zu vermeiden. Sinatra selbst meinte angelegentlich, dies Album sei als ein Dankschön an seine europäischen Fans zu verstehen - je nun, wie auch immer.

Schade eigentlich für das amerikanische Publikum, wie ich anmerken möchte, denn so schlecht ist dieses Album und die darauf enthaltenen Songs durchaus nicht. Andererseits ist es natürlich auch keineswegs als Meisterwerk anzusehen, aber einige Lieder haben durchaus ihren Reiz.

Meine Damen und Herren: Es geht die Sage, die Verantwortlichen wären auch nicht so ganz zufrieden mit Sinatras gesanglicher Leistung gewesen - nun, ich wünschte, man hätte bei mehreren späteren Sinatra-Platten dieselben Skrupel gehabt...

Die Aufnahmen zu dem Album fanden im Anschluss an eine ausgedehnte Tournee statt und zwar in London im Juni des Jahres 1962. Es ist auch die einzige Platte des Barden, welche außerhalb der Vereinigten Staaten eingespielt wurde.

Durch die Anstrengungen der Tournee soll Sinatras Stimme während der Sessions in nicht optimaler Verfassung gewesen sein - ich zumindest kann hier keine gravierenden Mängel feststellen, im Gegenteil, Sinatra erbringt hier bei manchen Songs eine seiner besten Leistungen der 60er Jahre.

Als Arrangeur hatte man damals den in England auch als Band-Leader sehr bekannten Robert Farnon gewinnen können, welcher eine gute Arbeit abgeliefert hat. Zumindest hat er sich der Ehre würdig erwiesen, für den größten Interpreten der amerikanischen Populärmusik zu arbeiten. Fragen Sie mich nun nicht, ob und in welcher Höhe man Farnon seine Bemühungen abgegolten hat - freilich ist davon auszugehen, dass sein Salär nicht die Höhe betrug, wie sie etwa für einen Riddle, May oder Jenkins selbstverständlich war. Aber viele zumal gänzlich unbekannte Arrangeure hätten wohl liebend gern gratis für einen Interpreten von Sinatras Bekanntheitsgrad gearbeitet - für den Barden arbeiten zu dürfen, gehörte seinerzeit zu den höchsten in diesem Musikbereich zu erlangenden Weihen.

Die besten Songs des Albums sind: The Very Thought Of You, Garden In The Rain, London By Night, A Nightingale Sang In Berkeley Square und ganz besonders die wirklich sehr gelungene Balladenfassung von If I Had You. Letzteres ist eine der ganz großen Leistungen Sinatras in den 60er Jahren und übertrifft mit Leichtigkeit alle früheren Fassungen des Songs.

Die übrigen Nummern des Albums enttäuschen zwar nicht gerade, sind aber eher Konfektionsware und fallen weder im Guten noch im Schlechten auf.

Fazit: Sicherlich nicht auf einer Ebene mit den ganz zu Recht gerühmten Klassikern der Capitol-Phase, aber andererseits bei weitem besser als der Ruf, den diese Platte leider hat. Manche der typisch britischen Songs scheinen zwar nicht so ganz zu Sinatra zu passen, aber der Sänger erscheint dem Hörer doch ziemlich glaubwürdig - auch wenn er einmal nicht über Autumn In New York, sondern stattdessen über Roses Of Picardy singt.





Meine Damen und Herren, ich darf Sie einmal mehr ersuchen, sich augenblicklich in eine ersprießliche Diskussion zu stürzen, dieses Album bietet wahrlich genug Stoff für eine seitenlange Diskussion, in der Tat, in der Tat. Also keine Müdigkeit vorgeschützt sondern stehenden Fußes sich an die Arbeit gemacht, sehr zum Wohle der sinatrainteressierten Menschheit. Dies ist unsere Verpflichtung, der wir mit Freuden und frohgemut nachzukommen haben - augenblicklich (versteht sich).

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


Statten Sie bei Gelegenheit auch meiner umfangreichen Sinatra-Webseite einen Besuch ab:
Entertainer Of The Century – Das ULTIMATE EVENT unter den Sinatra-Seiten

 Sprung  

Sehr geehrte Damen und Herren Leserinnen und Leser - Sie befinden sich in einer Kommunikationseinrichtung, welche den ENTERTAINER OF THE CENTURY (mit anderen Worten SINATRA, SINATRA und nochmals SINATRA) in ersprießlicher Weise thematisiert wissen möchte. Geschätztes Publicum: Diese Einrichtung ist in der Tat so hochgradig erquickend, so ungemein gastlich, der Wohlfühlfaktor so enorm hoch, dass es kurzum nichts Geringeres denn eine wahre Lust ist, sich hierorts aufzuhalten und sich durch die mannigfaltigen Rubriken zu bewegen! Sehen Sie sich gut und in aller Ruhe um und Sie werden - darauf mein Wort - nicht umhinkommen zu sagen: "Hier ist es schön, hier will ich bleiben."

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