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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 158 mal aufgerufen
 DIES UND DAS
Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

19.04.2010 12:39
Experten-Tipp für Genießer! Zitat · antworten

Guten Tag!

Wenn Sie - sehr verehrte Gäste dieser Einrichtung - gleich mir ab und an kalte Hühner- oder Hähnchenkeulen verzehren, so verfahren Sie doch nächstens auf eine von mir wohlerprobte und seit Jahren und Jahren praktizierte Art und Weise:

die gebratenen (oder gekochten), bereits ausgekühlten Keulen vor dem Verzehr für circa funfzehn bis zwanzig Minuten ins Schock-Gefrierfach legen.

Zu den derart behandelten Keulen können Sie im Prinzip reichen, was immer Sie wollen. Ich zum Beispiel nehme als Beilage gerne dünnblättrig geschnittene Gurkenscheiben, die ich zuvor eine Stunde in stark gesüßtem Essig habe ziehen lassen. Der gesüßte Essig eignet sich auch hervorragend als schmackhafte Tunke für gewürfelt geschnittenes Weißbrot.

Meine Damen und Herren, machen Sie die Probe aufs Exempel - Sie werden den Unterschied sogleich bemerken und begeistert seyn!

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

19.04.2010 13:40
#2 RE: Experten-Tipp für Genießer! Zitat · antworten

Einen Moment lang war ich etwas irritiert. Nachdem auf dem Foto die Keulen ungegart zu sehen sind und ich dir, lieber Holger, alles zutraue (versteh das als Kompliment) dachte ich im ersten Augenblick, du würdest geeiste rohe Keulen verzehren. Der Text hat mich dann eines besseren belehrt.

Ich für meinen Teil bin kein großer Fan von Geflügel, es ist mir grundsätzlich etwas zu trocken oder zu zäh und gerade bei Keulen auch zu fettig und knöchrig. Am gedeckten Tisch noch wie ein Metzger "arbeiten" zu müssen (das grenzt an Ausbeinen) widerstrebt mir einfach.

Sicher tut es nichts zur Sache, trotzdem wollte ich es in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen.

Noch eine Frage an Holger:

Warum schreibst du seyn mit y, funf ohne e und Umlaut, aber sogleich mit i und dünn mit ü? Präziser: Welche Prinzipien liegen der antiquierten Schreibweise in den vorgenannten Fällen zugrunde, und was veranlasst dich, diese Prinzipien in anderen Fällen wieder zu durchbrechen?

Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

19.04.2010 14:23
#3 RE: Experten-Tipp für Genießer! Zitat · antworten

Guten Tag!

Wenn der obgenannten Schreibweise ein Prinzip zugrunde läge, dann allerhöchstens jenes der Bequemlichkeit.

„funf“ schreibt sich auf der Tastatur zumindestens leichter als „fünf“, weil man für das „ü“ den rechten kleinen Finger bemühen müsste, wobei mir aber der Gebrauch des Zeigefingers für „u“ unendlich leichter fällt. Dass unerachtet dessen die Schreibweise uneinheitlich ausfällt, ist eine Angelegenheit der Motorik - mitunter besteht der kleine Finger auf seinem Recht beziehungsweise der Zeigefinger reagiert nicht entsprechend schnell genug und muss sich dem kleinen Finger geschlagen geben. Dem widerspricht eigentlich die Schreibweise „seyn“ mit „y“, da in diesem Falle ja auch der kleine Finger (wenngleich der der anderen Hand) zum Zuge kommt. Aber wie ich schon habe leicht anklingeln lassen, unterliegt dies nicht zur Gänze einer willentlichen Entscheidung, sondern ist vielfach das Ergebnis der sich im Schreib-Geschwindigkeitsrausch gleichsam verselbständigenden Finger. Eine willentliche Beeinflussung der emsig tippenden Finger (im Sinne von welcher Finger macht wann was auf der Tastatur) findet nur dorten statt, wo eindeutig die Ästhetik im Vordergrunde steht - etwa auch beim „seyn“ welches vom ästhetischen Gesichtspunkte her unendlich viel mehr hergibt als ein schlichtes „sein“. Dies gilt aber - ich betone das - auch nicht in allen Fällen, sondern ist sehr stark kontext-abhängig.

Aber um zum eigentlichen Thema zurückzukehren: Ich bedaure es dass du kein so großer Freund von Geflugel bist - das Fleisch ist bekömmlich, leicht verdaulich und stellt für den Verdauungstrakt eine unendlich kleinere Herausforderung dar als bespielsweise ein Eisbein oder eine geschmorte Kalbshaxe - ganz zu schweigen etwa von gefülltem Schweinebauch. Allerdings führe ich mir auch Geflügel in der Regel höchstens zwo- bis günstigenfalls dreymal monatlich zu, Fleisch vom Schwein noch seltener und Fleisch vom Rind so gut wie nie.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

19.04.2010 17:01
#4 RE: Experten-Tipp für Genießer! Zitat · antworten

Zitat
Ich bedaure es dass du kein so großer Freund von Geflugel bist - das Fleisch ist bekömmlich, leicht verdaulich und stellt für den Verdauungstrakt eine unendlich kleinere Herausforderung dar als bespielsweise ein Eisbein oder eine geschmorte Kalbshaxe...



Wenn das deie Beweggründe sind, werde ich dir (und euch) bald ein Rezept kredenzen, das dir sicher munden wird.
Und zwar handelt es sich dabei um eine Heuschrecken-Mahlzeit. Insekten-Fleisch ist so ziemlich das Verdaulichste, was das Tierreich hergibt.
Kennengelernt habe ich dies (und anderes) beim Besuch eines Thai-Restaurants im Westen der Bundesrepublik. Nach anfänglichem Zögern ließ ich mich jedoch überzeugen. Und es hat sich gelohnt!

Holger, ich nehme an, du hast noch nie Insektenmahlzeiten zu dir genommen?



Thorsten Bode

Züchtige mich, Herr, - doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht aufreibst.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

20.04.2010 10:23
#5 RE: Experten-Tipp für Genießer! Zitat · antworten

Guten Tag!

In der Tat hatte ich bislang noch keine Gelegenheit, Insekten zu verspeisen - nicht dass ich dies nun als allzugroßes Versäumnis empfinden würde. Nichts desto sehe ich dem Rezept für die Heuschrecken-Mahlzeit mit einiger Spannung entgegen.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

20.04.2010 17:21
#6 RE: Experten-Tipp für Genießer! Zitat · antworten

Wo kauft man die Zutaten? Im Zoo-Fachgeschäft deines Vertrauens?

Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

21.04.2010 09:16
#7 RE: Experten-Tipp für Genießer! Zitat · antworten

Guten Tag!

Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die Zubereitung einer solchen Mahlzeit nicht mit sich bringt, dass man die Heuschrecken in lebendigem Zustand schmort oder kocht oder was auch immer... eine solche Vorgangsweise ist verabscheuungswürdig, wie Sie, meine Damen und Herren, mir freilich ohne weiteres beipflichten werden wollen.

Oft und oft gehen mit derlei exotischen Gaumenfreuden auch gewissermaßen sehr exotische Methoden der Zubereitung einher - wir wollen hoffen, dass dies in gegenständlichem Falle sich anders verhält. Nichts trotz Desto beziehungsweise vor allem deswegen: Es beschleicht einem als Konsument doch hin und wieder ein gewisses Unbehagen angesichts der Tatsache, dass andere - meist in der hirarchischen Ordnung weiter untern stehende - Kreaturen ihr Leben lassen müssen, damit unsereins sich den Bauch stopfen kann. Dies obwohl der Mensch als Allesfresser prinzipiell die Wahl hätte. Vor allem die in unserer Zivilisation industrialisierte Aufzucht und Tötung von Tieren ist - unterzieht man die Angelegenheit einer näheren Betrachtung - ein wahrer Graus und widerspricht im Grunde allen Prinzipien des Humanismus. Ein Grund mehr, den Konsum von Fleisch drastisch zu reduzieren, wenn nicht sogar einzustellen (letzteres habe ich etwa ein Jahrzehnt lang selbst praktiziert, bevor ich durch ein Wiener Würstchen in Versuchung geführt wurde und zum Rückfalltäter wurde).

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

21.04.2010 10:59
#8 RE: Experten-Tipp für Genießer! Zitat · antworten

Nur weil Pflanzen einen nicht anschauen oder anschreien, kann man sie also bedenkenloser essen? Dieses Argument greift bei mir nicht. Wir wissen nicht, auf welcher Ebene Pflanzen Bewusstsein haben, wahrscheinlich ist diese Ebene nur wesentlich unterschiedlicher von der unseren, als das bei Tieren der Fall ist. Es gibt zumindest Studien, wonach Pflanzen gewisse elektrische Reize produzieren, wenn ein Mensch den Raum betritt, der ihnen zuvor Schaden zugefügt hat.

Insgesamt maße ich mir nicht an, Tiere "höher" zu bewerten, oder im wahrsten Sinne des Wortes mit Vorsicht zu genießen. Da der menschliche Metabolismus nun einmal ohne Nahrungsaufnahme nicht auskommt, verzehre ich Tiere und Pflanzen in ausgewogenem Maße, nachdem ich die Tiere den Pflanzen gegenüber nicht als schonenswerter ansehe bzw. die Pflanzen genauso sehr respektiere.

Jedoch spricht gegen den Verzehr von Heuschrecken, Singvögeln und weiterem Kleingetier, dass die benötigten Mengen rein nach der Masse beurteilt in keinem Verhältnis zu den getöteten "Seelen" stehen. (Danke, Martina Schwarzmann)
Bei Tieren versuche ich also durchaus, bevorzugt solche zu essen, die mit ihrem Dahinscheiden mehrere Menschen sättigen können. Bei Pflanzen ist das schwer zu beurteilen, weshalb ich dort noch keine derartigen Kriterien ansetze.

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Sehr geehrte Damen und Herren Leserinnen und Leser - Sie befinden sich in einer Kommunikationseinrichtung, welche den ENTERTAINER OF THE CENTURY (mit anderen Worten SINATRA, SINATRA und nochmals SINATRA) in ersprießlicher Weise thematisiert wissen möchte. Geschätztes Publicum: Diese Einrichtung ist in der Tat so hochgradig erquickend, so ungemein gastlich, der Wohlfühlfaktor so enorm hoch, dass es kurzum nichts Geringeres denn eine wahre Lust ist, sich hierorts aufzuhalten und sich durch die mannigfaltigen Rubriken zu bewegen! Sehen Sie sich gut und in aller Ruhe um und Sie werden - darauf mein Wort - nicht umhinkommen zu sagen: "Hier ist es schön, hier will ich bleiben."

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