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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 995 mal aufgerufen
 SINATRA - DIE STUDIO-ALBEN
Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

03.11.2005 09:25
Watertown (Reprise-Album, 1969) Zitat · antworten

Guten Tag!

Wohl an, die Zeit scheint mir wieder einmal gekommen zu sein, um ein neues und - wie ich hoffen darf - ganz besonders ersprießliches Diskussionsthema in die Runde zu werfen: ein Album aus Sinatras Spaeth-Phase soll uns diesmal als Ausgangspunkt für erquicklichen Disput dienen: Watertown.



1. Watertown
2. Goodbye (She Quietly Says)
3. For A While
4. Michael & Peter
5. I Would Be In Love (Anyway)
6. Elizabeth
7. What A Funny Girl (You Used To Be)
8. What's Now Is Now
9. She Says
10. The Train
11. Lady Day

Weitere Informationen zu diesem Anno 1969 aufgenommenen Concept-Album finden Sie, werthe Leserin, werther Leser, sofern Ihnen daran gelegen ist, wie immer auf meiner HP unter dem Link „Diskografie“. Auf meine HP gelangen Sie, indem Sie dem unten angegebenen Link folgen – aber was rede ich da, sicherlich wissen Sie das ohnedies schon längst.

Je nun, dann mag ich Sie für heute nicht länger davon abhalten, sich unverzüglich dem Album „Watertown“ zu widmen, einem – wie ich hinzufügen möchte – für Sinatra eher untypischem Werk, untypisch nicht eben was das Thema anbetrifft, sondern vielmehr hinsichtlich der Musik und der Arrangements. Aber das, meine lieben Freunden, werden Sie sicherlich selbst schon festgestellt haben – sofern Sie zu den Besitzern dieses Albums gehören. Sollten Sie aber zu jenen gehören, welche sich bisher noch nicht in den Besitz dieser Platte gesetzt haben, nun denn, dann darf ich Ihnen jedenfalls dringend anheimstellen, gewisse Überlegungen hinsichtlich eines etwaigen Kaufes ernstlich anzustellen und in Erwägung zu ziehen. In der Tat, handelt es sich hiebei doch um eine – wie oben schon angedeutet – etwas ungewöhnliche Sinatra-Platte, der man in Fan-Kreisen zumeist entweder bittere Ablehnung oder grenzenloses Wohlwollen entgegenbringt, mit anderen Worten, die einen lieben es und die anderen wiederum, nun ja, stellen Sie am besten selbst fest, welcher Gattung Sie selbst zuzuzählen sind und lassen Sie uns hierorts Ihre Meinung zu diesem Album wissen – und zwar je eher desto besser.

Ich darf vielleicht noch abschließend anfügen, dass „Watertown“ vom kommerziellen Standpunkt aus eine vernichtende Niederlage für den in die Jahre gekommenen Alt-Star war – die höchste Platzierung, die das Album seienrzeit in den Billboard-Charts erreichte, war der Rang Numero einhundertundeins.

Wir haben es hier in jedem Falle mit einem sehr interessanten Thema zu tun, von dem ich mir naturgemäß viele, viele entsprechende Stellungsnahmen von Ihrer Seite her erwarte bzw. erwünsche, zumindest jedoch erhoffe.

Nun denn, also wieder einmal darf ich sagen: Bahn Frei!


Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.

Sinatra - Entertainer Of The Century
http://www.geocities.com/allthewaysinatra
“...die Diskussion geht weiter!...wo wenn nicht hier, wann wenn nicht jetzt?“

T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

03.11.2005 13:28
#2 RE: Watertown (Reprise-Album, 1969) Zitat · antworten

Dieses Album habe ich nun schon zu lange nicht mehr gehört, als dass ich an
dieser Stelle all zu viel dazu schreiben könnte.
Mal sehen, ob ich heute Abend die Zeit finde, das nachzuholen.

Ein paar grundsätzliche Dinge: Für mich ist dieses Album das am stärksten
Unterschätzte überhaupt, zumal das Konzept ja ganz faszinierend ist.
Wenn man die Idee des "Konzept-Albums" zugrunde nimmt, vielleicht das
Konsequenteste dieser Art.

Höhepunkt: "Michael & Peter", Schwachpunkt: "Lady Day" (Reicht nicht mal
annähernd an die
spätere Version aus "Sinatra & Company" heran
und passt textlich nur mit viel Phantasie zum restlichen Album).

F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

17.05.2012 11:38
#3 RE: Watertown (Reprise-Album, 1969) Zitat · antworten

Watertown, eine der im positiven Sinne überraschendsten Wiederentdeckungen bei meinem kürzlichen Durchforsten der Reprise-Jahre. Dabei ist es nicht so sehr die Idee des Zusammenfügens mehrerer Stücke zu einer kleinen Pop-Oper (recht nett, mehr aber auch nicht) als die Qualität der Musik, die Bob Gaudio und Jake Holmes hierfür geschrieben haben. Gerade unter den "Pop"-Alben* Sinatras hat Watertown eine erstaunliche Tiefe und ist besonders abwechslungsreich.
Die Stücke vermitteln höchst erfolgreich brütende Stimmung im Wechsel mit Kargheit, Trauer und Freude mit einer unterschwelligen Leere; derartige Vielschichtigkeit lassen andere zu sehr dem Konzeptalbum-Schema folgende Platten vermissen. Die der "Pop"-Form auf den ersten Blick so fremde Bluesharmonik wird gekonnt eingesetzt und bildet so einen unverwechselbaren atmosphärischen Charakter (v. besonders Watertown, What A Funny Girl und v.a. For A While - Anspieltipps).

Warum dieses Album kommerziell nicht erfolgreich war, ist schwer verständlich. Vielleicht war es für die damalige Zeit zu progressiv oder zu wenig geschätzt. Aus heutiger Sicht ist es eines der zeitlosen Machwerke, das so oder so ähnlich von James Blunt oder Jamie Cullum nachgesungen werden könnte. Ich schätze es sehr, mein vordergründigster Kritikpunkt ist allenfalls, dass es mit 10 Titeln zu kurz geraten ist. Auch hätte ein 30-jähriger Sinatra dem Album gut getan, aber damals war diese Art von Musik vermutlich noch nicht erfunden.

-- Dringende Hörempfehlung --

*ein Ausdruck, mit dem ich mich immer noch schwer tue, 50s Sinatra war nicht weniger Pop. Ich verwende ihn hier nur weil er allgemein verstanden wird. Wie könnte man es besser formulieren?

Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind.

Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

19.05.2012 18:35
#4 RE: Watertown (Reprise-Album, 1969) Zitat · antworten

Guten Tag!

Es wäre für die Verkäufe sicherlich kein Nachteil gewesen, wenn das geplante gleichnamige TV-Special realisiert worden wäre. Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist eine Waise - dennoch mag es eine ganze Reihe von Gründen geben, welche das Fiasko im Nachhinein vielleicht erklären lassen. Somit seien alle aufgerufen, mögliche Gründe zu nennen - dass das Album womöglich für die damalige Zeit zu progressiv gewesen sei, ist bereits erwähnt worden.

Aus meiner Sicht ist auch die Cover-Gestaltung nicht eben verkaufsfördernd ausgefallen, wie mir bei Betrachtung desselben ganz spontan durch den Kopf schießen will. Meine Damen und Herren, wir werden das Geheimnis dieses Scheiterns ergründen, ebenso werden wir ergründen, ob das Scheitern zu Recht oder Unrecht erfolgte.

Jedenfalls wurde Sinatra für seinen Mut, in doch schon fortgeschrittenem Alter ein derart ambitioniertes Projekt anzugehen und mit jungen Musikern zusammenzuarbeiten, schlecht gedankt.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

20.05.2012 15:06
#5 RE: Watertown (Reprise-Album, 1969) Zitat · antworten

Guten Tag!

Ein weiterer Grund für die geringe Nachfrage könnte auch sein, dass das Publicum kein Interesse daran hatte, Sinatra - den Inbegriff von Las-Vegas-Glitzer-Entertainment - in der Rolle eines gramgebeugten Kleinstädters zu erleben.

Möglicherweise goutierten jahrzehntelange Fans die Zusammenarbeit mit Mitgliedern einer Pop-Gruppe nicht. Ein nicht unbeträchtlicher Teil potentieller Sinatra-Käufer wiederum brachte den Sänger seinerzeit wohl vor allem mit seinen Hits Somethin´ Stupid und Strangers In The Night in Verbindung und hätte wohl Liedgut dieser Art vorgezogen. Da Watertown aber Lichtjahre entfernt von erwähnten Hits war, mögen Sie enttäuscht abgewunken haben.

Vielleicht wurde das Album bei Erscheinen auch von der Kritik mit wenig Wohlwollen aufgenommen - ein Umstand, der freilich dazu beitragen kann, einem kommerziellen Flop den Weg zu ebnen.

Wem fallen weitere Gründe für den Misserfolg ein - nur keine falsche Bescheidenheit, nur keine noble Zurückhaltung, meine Damen und Herren, lassen Sie uns an Ihren Überlegungen teilhaben.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

21.05.2012 17:23
#6 RE: Watertown (Reprise-Album, 1969) Zitat · antworten

Guten Tag!

Nicht unerwähnt bleiben darf freilich, dass Sinatra stimmlich nicht mehr der Sinatra der 40er, 50er oder Anfangs-60er Jahre war, sondern bereits begann, abzubauen (fallweise sogar ganz enorm). Dem Publicum blieb dies freilich nicht verborgen, somit begann sich wohl ein Teil seiner Klientel zurückzuziehen. Ein jüngeres Publicum (also Hörerinnen und Hörer um die Vierzig) aber vermochte Sinatra höchstens mit Hit-Singles wie Strangers In The Night anzuziehen, nicht jedoch mit einem (man darf das ruhig sagen) der sperrigsten Alben seiner Karriere überhaupt - sperriger sogar noch als der Future-Teil von Trilogy, welcher bezeichnenderweise ebenfalls sowohl von Publicum wie Kritik in Summe gesehen mit recht wenig Wohlwollen aufgnommen wurde.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


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Sehr geehrte Damen und Herren Leserinnen und Leser - Sie befinden sich in einer Kommunikationseinrichtung, welche den ENTERTAINER OF THE CENTURY (mit anderen Worten SINATRA, SINATRA und nochmals SINATRA) in ersprießlicher Weise thematisiert wissen möchte. Geschätztes Publicum: Diese Einrichtung ist in der Tat so hochgradig erquickend, so ungemein gastlich, der Wohlfühlfaktor so enorm hoch, dass es kurzum nichts Geringeres denn eine wahre Lust ist, sich hierorts aufzuhalten und sich durch die mannigfaltigen Rubriken zu bewegen! Sehen Sie sich gut und in aller Ruhe um und Sie werden - darauf mein Wort - nicht umhinkommen zu sagen: "Hier ist es schön, hier will ich bleiben."

*** Wertes Publicum: FRAU CHARLOTTE ROCHE ist eine GÖTTIN - eine WAHRE GÖTTIN ***

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