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 SINATRA - DIE LIVE-ALBEN
Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

29.11.2011 18:54
Sinatra At The Sands (Reprise, 1966) Zitat · antworten

Guten Tag!

Das allererste hochoffizielle Live-Album des Sängers, welches ihn im Zusammenspiel mit dem Orchester von Count Basie zu Las Vegas präsentiert, soll hierorts zum Gegenstand einer informativen, erquicklichen und unterhaltsamen Diskussion gemacht werden - vorwärts, meine Damen, vorwärts, meine Herren, befassen Sie sich mit gegenständlichem Tonträger und berichten Sie ausführlichst über Ihre bei ebendieser Beschäftigung gewonnenen Eindrücke.

Das Label MFSL brachte übrigens anno Zwotausendundzehn eine Vinyl-Ausgabe des Albums auf den Markt - der Preis für diese Doppel-LP ist allerdings, verglichen mit dem ausgesprochen wohlfeilen Preis der Kompakt-Disk, geradezu astronomisch.





Come Fly With Me
I´ve Got A Crush On You
I´ve Got You Under My Skin
The Shadow Of Your Smile
Street Of Dreams
One For My Baby
Fly Me To The Moon
One O´Clock Jump
Sinatra Monologue
You Make Me Feel So Young
All Of Me
The September Of My Years
Get Me To The Church On Time
It Was A Very Good Year
Don´t Worry ´Bout Me
Makin´ Whoopee
Where Or When
Angel Eyes
My Kind Of Town
Sinatra Closing Mononlogue
My Kind Of Town (Reprise)


Diese Platte, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist die bereits dritte und zugleich
auch letzte gemeinsame Produktion von Sinatra und Count Basie, die offiziell auf Schallplatte erschienen ist.

Fürs Fernsehen und bei Live-Auftritten arbeitete Sinatra auch in den kommenden Jahren bis 1981 gelegentlich mit Count Basie und seinem Orchester zusammen, dies hier ist jedoch das einzige hochoffiziell abgesegnete Platten-Tondokument ihrer gemeinsamen Live-Aktivitäten.

Zugleich ist es auch das erste offizielle Live-Album des Sängers überhaupt - im siebenund- zwanzigsten Jahr seiner Plattenkarriere. Eine Aufnahme, auf die die Fans in aller Welt lange warten mussten, zu lange eigentlich, denn als dieses Album aufgezeichnet wurde, hatte Sinatras Stimme ihren Höhepunkt bereits hinter sich gelassen. Die Eleganz und selbstverständliche swingende Lässigkeit, die Sinatras Gesang noch in den frühen 60ern, besonders aber in den 50ern auszeichnete, ist hier bereits nicht mehr so ausgeprägt wie in den vergangenen Jahren - leider, leider, meine sehr geehrten Damen und Herren.

Das Album ist ein guter Zusammenschnitt der Höhepunkte einer längeren Auftrittserie im Sands-Hotel in Las Vegas und zeigt Sänger wie Band in ziemlich guter Form. Natürlich ist Sinatra hier nicht so perfekt wie auf seinen Studioproduktionen, aber dieser Umstand wird durch die recht gut eingefangene Live-Atmosphäre mehr als wettgemacht.

Ein wenig betrüblich ist natürlich der Umstand, dass es sich wie bei (fast) allen offiziell erschienen Live-Alben nicht um ein vollständiges Konzert, sondern bloß um einen Zusammenschnitt des Engagements im Sands handelt.

Die Count-Basie-Band darf hier auch in drei Instrumental-Nummern ihre Klasse beweisen:
One O´Clock Jump, All Of Me und Makin´ Whoopee.

Sinatra hat in einem leider überlangen Monolog Gelegenheit, einige mitunter recht dürre Witze und Anekdoten zum Besten zu geben. Ich persönlich könnte auf dieses Endlos-Geschwafel mit Freude verzichten, wenn man dafür drei weitere Songs auf die CD gepackt hätte...

Je nun: Im Programm sind auch zwei Lieder zu finden, die Sinatra nie im Studio aufgenommen hat: Get Me To The Church On Time und The Shadow Of Your Smile. Vor allem bei letzterem Song ist es schade, dass der Sänger später nie im Studio auf ihn zurückgekommen ist.

Sinatra ist hier ansonsten mit einigen seiner allerbekanntesten und besten Titeln zu hören wie z. B. Angel Eyes, I´ve Got You Under My Skin, Come Fly With Me oder Fly Me To The Moon.

Sinatra nahm die Auftritts-Serie im Sands sehr ernst und bereitete sich gut darauf vor. Da im Terminplan noch etwas Luft war, ließ er die Count-Basie-Band auf eigene Kosten von Chicago nach Las Vegas fliegen, um noch einige zusätzliche Probe-Tage einzuschieben. Das Ergebnis kann sich, wenngleich Sinatras Stimme doch schon sehr viel bessere Tage gesehen hatte, durchaus hören lassen.

Die Tonqualität des Albums ist gemessen am Entstehungsdatum der Aufnahmen als sehr gut zu bezeichnen, wenngleich die Aufnahmen insgesamt etwas zu "dünn" klingen.

Wer meint, mit nur einer einzigen Live-Platte von Sinatra auskommen zu können, sollte unbedingt zu dieser greifen, sie ist alles in allem zweifelsfrei die gelungenste, abgesehen natürlich von Live In Australia, bei welcher aber leider, leider die Soundqualität recht bescheiden ist.

Die vor einigen Jahren neu veröffentlichte Version des Albums bietet mit Luck Be A Lady einen in der früheren Version nicht enthaltenen Bonus-Track (Der langweilige Endlos-Monolog blieb leider erhalten). Doch Obacht meine Damen und Herren, auch die Alt-Ausgabe befindet sich immer noch im regulären Handel.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.


Statten Sie bei Gelegenheit auch meiner umfangreichen Sinatra-Webseite einen Besuch ab:
Entertainer Of The Century – Das ULTIMATE EVENT unter den Sinatra-Seiten

 Sprung  

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