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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 489 mal aufgerufen
 SINATRA - DIE MUSIK (ALLGEMEIN)
Holger Schnabl
Prinzipal & Melancholiker


Beiträge: 1.635

02.11.2005 23:41
Besonders oft / Besonders selten gehörte Capitol-Alben Zitat · antworten

Guten Tag!

Sofern Sie nicht allen Sinatra-Platten in schöner Regelmäßigkeit und Gleichmäßigkeit zusprechen, welche Alben aus der Capitol-Phase hören Sie besonders oft, welche hören Sie besonders selten?

Ich ersuche Sie, ausschließlich Original-Alben zu nennen, d. h. Studio-Alben sowie offizielle Live-Alben, welche in den Jahren 1953-1961 (Capitol-Phase Numero Eins) und 1993-1995 (Capitol-Phase Numero Zwo) entstanden bzw. veröffentlicht worden sind. Die verschiedenen Sampler sollten Sie dabei möglichst nicht in Erwägung ziehen.

Allen noch einen gemütlichen Abend
H.S.

Sinatra - Entertainer Of The Century
http://www.geocities.com/allthewaysinatra
“...die Diskussion geht weiter!...wo wenn nicht hier, wann wenn nicht jetzt?“

T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

01.01.2006 23:02
#2 RE: Besonders oft / Besonders selten gehörte Capitol-Alben Zitat · antworten
Hmm...eigentlich höre ich fast alle Capitol-Alben mehr oder weniger häufig.
Dennoch werde ich mal versuchen, eine Liste auf Basis meiner aktuellen Hörgewohnheiten aufzubauen.

Selten gehört:
-No One Cares
-Where Are You?
-Come Swing With Me
-Sinatra's Swingin Sessions

Oft gehört:
Der ganze Rest, aber besonders:
-Nice 'n' Easy
-Songs For Swingin Lovers
-Swing Easy/Songs For Young Lovers
-Come Fly With Me
-In The Wee Small Hours

"No One Cares" und "Only The Lonely" lege ich aus dem einfachen Grunde selten ein, da es einer gewissen Konzentration bedarf, um diesen beiden Werken gerecht zu werden.
Dem wohl besten Album überhaupt, nämlich "In The Wee Small Hours" versuche ich mit größerer Regelmäßigkeit die ihm gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
"Come Swing With Me" höre ich in seiner Gänze auch eher selten, dazu ist es einfach nicht einheitlich genug.
Ehrlich gesagt finde ich es sogar recht "bescheiden", dass als Arrangeur Billy May angegeben ist, obwohl viele Songs des Albums von anderen Arrangeuren orchestriert wurden (Heinie Beau, Skip Martin, Nelson Riddle).
Zudem nervt mich der übersteigerte Stereo-Effekt ein wenig, auf mich macht es immer den Eindruck als würde ich abwechselnd von beiden Seiten eine schallende Ohrfeige verpasst bekommen.

Miri


Beiträge: 6

02.01.2006 13:52
#3 RE: Besonders oft / Besonders selten gehörte Capitol-Alben Zitat · antworten

Servus!

Tja, bei mir kommt es immer so ein bisschen darauf an, wo ich gerade bin.
Im Auto brauche ich Schwung, da höre ich meist:

- Come fly with me
- Songs for swingin' lovers
- Swing easy/Songs for young lovers

Im Wohnzimmer, auf der Couch, da hab' ich es gern etwas ruhiger:

- Only the lonely
- Where are you?
- Close to you

Auf den restlichen Platten gibt es immer mal wieder was, das ich ab und an hören muss, welche mehr oder weniger lässt sich schwer sagen!
Obwohl, sehr, sehr selten läuft:

- Sinatra's swingin' session

Lieben Gruß,
die Miri!


F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

31.01.2006 22:47
#4 RE: Besonders oft / Besonders selten gehörte Capitol-Alben Zitat · antworten
Hier kommt meine persönliche Hitliste der Capitol-Alben!

In aufsteigender Reihenfolge ...

Platz 5: Come Dance With Me
Meistens muss ich den letzten Song ausblenden. Einer der seltenen Fälle, bei denen mir die Reprise-Version im Vergleich als so genial im Gedächntis haften geblieben ist, dass ich die Album-Version nicht mehr so gerne höre.

Platz 4: Songs For Young Lovers
In meinem Fall die erweiterte LP-Fassung einschließlich der vier "Bonus Tracks", die aber m. E. sowohl zeitlich als auch thematisch so zu diesem Album passen (und in der Neupressung auch so mit dem ursprünglichen Programm zusammengewürfelt wurden), dass sie für meine Hörgewohnheiten quasi eine untrennbare Einheit mit den Original-Nummern bilden. "Someone To Watch Over Me" würde ich schon sehr vermissen.

Platz 3: Songs For Swingin' Lovers
Ein alter Bekannter, dreimal dabei gewesen, bitte nicht wieder wählen. Besser gehts nicht? Nicht viel, aber das ist noch steigerungsfähig, abwarten ...

Platz 2: Nice 'N' Easy
Meistens dann, wenn gerade keine Columbia-CD zur Hand ist oder gelegentlich auch wegen der Zusammenstellung - wenn man einmal wieder wunderschöne Balladen hören will, die nicht vor Schwermut triefen. Falls die Stimmung dann noch anhält, gerne gepaart mit "I Remember Tommy" - Das gehört nicht unmittelbar zum Thema, aber diese beiden Alben passen hervorragend zusammen, sollte man nach "Nice 'N' Easy" alleine nicht gesättigt sein.
(In eigener Sache: Ich bin versucht, zu sagen, wie Erbsen und Kartoffeln, und ich muss es wissen ... konnte letzten Endes dem komplettistischen Drang - natürlich - nicht widerstehen. Innovative Rezepte zum Thema bitte ab sofort an mich)

Und hier ist meine Nummer Eins: A Swingin' Affair!
Der eine oder andere mag überrascht sein, dass hier nicht etwa "Come Fly With Me" steht. Dazu später mehr.
Man kann "A Swingin' Affair!" vorwerfen, dass die Titelauswahl vielleicht nicht ganz in sich kontinuierlich ist. Dem stehen die neuen Arrangements entgegen, die sie alle gleich machen.
Aber Ernst beiseite: die Arrangements sind es nicht so sehr, die für sich betrachtet so übermäßig auffallen. Es ist die Grundstimmung und vor allem die Auswahl der Titel, die dieses Album für mich so interessant macht. Auf diesem Album wurde nur vom Besten genommen. Dabei halte ich, abgesehen von "At Long Last Love", sonderbarerweise die Cole Porter-Titel noch für eher untere Oberklasse (aber keineswegs verzichtbar). Nummern wie "I Wish I Were In Love Again", "No One Ever Tells You" oder "Oh! Look At Me Now" treffen meinen Geschmack in optimaler Weise, nicht zuletzt dafür bin ich Sinatra-Fan.


Wagen wir uns nun in die nebulöseren Regionen der Capitol-Ära (das Wort "dunkel" scheint mir eher für Meisterstücke wie "Ol' Blue Eyes Is Back" reserviert).

Die Liste der von mir am wenigsten oft gehörten Capitol-Alben, in "steigernder" Reihung

Platz 5: Point Of No Return
Deswegen auf einem gnadenvollen letzten Platz, weil ich mit diesem Album zugegebenermaßen nicht viel anfangen kann, aber dennoch das ganz große Potential erkenne. Ich schätze, in vierzig bis fünfzig Jahren, vielleicht früher, falls ich Gründe zur Depression habe, möglicherweise nie, (vielleicht auch nur nach ein paar Wochen Erbsen und Kartoffeln), werde ich dieses Album sehr zu schätzen wissen. Sollte ich in die richtige Gemütslage kommen, ist diese LP unter den depressiven sicher mit die tiefgängigste und regt keinesfalls zum Gähnen an. In meinem zarten Alter sehe ich mich aber noch nicht reif genug dafür.

Platz 4: Only The Lonely
Im Grunde ähnlich wie zu "Point Of No Return", nur nicht ganz so tief, ein bisschen mehr massenwirksam.

Platz 3: Come Fly With Me
Hier ist es, wie versprochen ... nanu?!
Der Riesenerfolg dieser LP ist mir persönlich schleierhaft. Das Reisemotiv zieht sich durch, aber das ist wohl noch das Einzige an Zusammenhang, das man den Stücken dieses Albums vorwerfen kann. In Stimmung und Thematik alle so unterschiedlich, wie es nur geht. Das Material ist entweder von Haus aus nichts Besonderes ("It's Nice To Go Trav'ling", "Around The World") oder genial und zunichte gemacht durch dem Stück nicht dienende Arrangements ("Blue Hawaii" - keiner konnte es so schön wie Billy Vaughn, "On The Road To Mandalay" - verkommt ja geradezu zum "Effektstück", das Potential zum Ultra-Swinger wird der Melodie durch das Arrangement geradezu entzogen, in einer Form, die zumindest bei mir beim Hören immer wieder enttäuschte Erwartungen auslöst) oder schlichtweg unnütz wie ein Kropf (Keine Neuauflage kann dem Duett mit Ms Haines in "Let's Get Away From It All" auch nur annähernd nahe kommen). Höchstens der Titelgeber hat noch ein bisschen was, aber wenn der kommerzielle Erfolg und der Gewöhnungsfaktor nicht wären, ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Song als so besonders eingestuft hätte. Darüberhinaus findet er sich auf nahezu jeder Sinatra-Compilation und dafür braucht man nun wirklich nicht das Album rausholen.

Platz 2: No One Cares
Ähnlich wie zu 5 und 4, nur zu allem Überfluss auch noch schwerfällig und gefangen.

Mein am seltensten gehörtes Capitol Album: Where Are You?
Am besten für diese Stelle qualifiziert, weil ich dazu so gut wie nichts sagen kann. Es bleibt mir nicht im Gedächtnis haften, ich verspüre nicht das Verlangen, meine Unkenntnis aufzufrischen ... höchstwahrscheinlich viel zu Jenkins für meinen Geschmack, die Wirkung von "No One Cares" in gesteigertem Maße.
Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich beim ersten Hören von "Autumn Leaves" entsetzt war, dass man diesem Lied so eine Behandlung antut. Das hat es wirklich nicht verdient.
Mal sehen, ob das Durchlesen der Programmliste noch einige Gedanken hervorruft... "There's No You" behalte ich in der Columbia-Version liebevoll in Erinnerung und das schlichtweg geniale "The Night We Called It A Day" wage ich gar nicht einzulegen, aus Furcht vor der Jenkins-Fassung.

Dabei bin ich im Großen und Ganzen überhaupt nicht balladenverdrossen, meine Vorliebe für die wunderbaren Columbia-"Schnulzen" ist nach wie vor ungebrochen. Im Fall von Gordon Jenkins ist es die Auffassung der Ballade, die mich absolut nicht anspricht (Nice 'N' Easy und andere haben gezeigt, dass mir Balladen in der richtigen Art durchaus gefallen). Was "Only The Lonely" oder "Point Of No Return" betrifft, schiebe ich mein augenblickliches Desinteresse auf meine Lebenslage und freue mich, dass es auch im "September Of My Years" noch Sinatra-Songs geben wird, die ich dann mit um so größerer Freude neu für mich entdecken werde.

Herzlichst

Franz Huber
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Die Leute, die das Gras wachsen hören, sind meist dieselben, die es gesät haben. (Peter Frankenfeld)

T.Bode
Verschollener


Beiträge: 836

02.02.2006 11:41
#5 RE: Besonders oft / Besonders selten gehörte Capitol-Alben Zitat · antworten
Hochinteressant - wie alle deine Beiträge, Franz und obendrein noch höchst unterhaltsam!
Dennoch möchte auf einige Sachen gerne nocheinmal eingehen.

Einig sind wir uns bei Nice And Easy, als besonders gelungen empfinde ich hier die Orchestrierung.
Nehmen wir doch zum Beispiel "That Old Feeling", wann hat man Sinatra jemals im Umfeld eines solch kehlig klingenden Saxophons gehört?
Auch bei den anderen meisten Songs bringt Riddle ganz neue Elemente ein, die man bei ein paar anderen Balladen nachgerade schmerzlich vermisst...

"Songs For Swingin Lovers" dagegen bewerte ich noch ein bisschen anders. Für mich gibt es kein Swing-Album (zumindest von Seiten Sinatras), das durchweg auf einem derartigen Niveau ist. Die leicht-lockeren Arrangements und natürlich Sinatras geradezu überwältigender Gesang machen es für mich eigentlich mit zum Besten, was Sinatra in 50 Jahren zustande gebracht hat!
"A Swingin Affair" bietet so manche Highlights, allerdings nicht auf dem alles überragenden Niveau wie "SFSL", auch die Arrangements wirken auf mich auch nicht so innovativ...

Interessant finde ich auch deine Bewertung zu "Come Fly With Me".
Ich höre es eigentlich sehr gerne, auch wenn es rein vom Konuept her das wahrscheinlich unkonsequenteste ist (Balladen neben Up-Tempo Nummern etc.).
Für mich ist es einfach eine Zusammenstellung schöner, gut arrangierter Songs, so simpel das auch klingen mag.
Und mit "April in Paris" befindet sich obendrein auch noch eine ganz faszinierende Ballade auf der Scheibe, "Man, der Kerl muss Luft gehabt haben", muss ich mir nach anhören des Songs immer denken...

F. X. Huber
Fahnenflüchtiger


Beiträge: 408

02.02.2006 12:22
#6 RE: Besonders oft / Besonders selten gehörte Capitol-Alben Zitat · antworten
Thorsten, ich freue mich über diese positive Resonanz. Man tut, was man kann ...

Zu "Songs For Swingin' Lovers" möchte ich noch eine kurze Anmerkung machen. Ich gebe dir vollkommen recht, dass dieses Album zumindest auf der Swing-Seite zum Allerfeinsten gehört. Nice 'N' Easy spricht aber bis auf den Titelsong eine andere Sprache, und das nostalgische Flair dieses Albums nimmt mich noch mehr gefangen als "Songs For Swingin' Lovers". Die Auswahl der Songs ist auch noch unverdünnter reiner Sinatra. Ein direkter Vergleich der beiden Platten mit so unterschiedlichem Charakter hätte wohl wenig Sinn.

Zu "A Swingin' Affair" stehe ich nach wie vor, kann das im Moment auch nur auf Gefühlsbasis begründen. Mir gefällt es besser als "Songs For Swingin' Lovers" - ich werde dieses Phänomen untersuchen.

Wenn wir "Come Fly With Me" nicht als "richtiges" Album betrachten, sondern als Zusammenstellung schöner, gut arrangierter Songs, kann ich dich schon eher verstehen. Mein Kritikpunkt mit den schlechten Arrangements bleibt. Gehört meiner Ansicht nach wohl zum Uninteressantesten, das Billy May je für Sinatra gemacht hat (Hatte er einen schlechten Tag?).
Und wenn wir uns mit diesem "Album" in dieser Liga bewegen, bekommt es natürlich mächtige Konkurrenz von noch besseren Zusammenstellungen schöner, gut arrangierter Songs. Auf Anhieb fällt mir beispielsweise "All The Way" (Capitol 1961) ein, das (= dessen Songs) meines Erachtens doch einiges mehr an Klasse aufweist.

Bei "April in Paris" habe ich immer den Eindruck, dass es sich um ein unfreiwilliges Plagiat zum imho wesentlich schöneren und beeindruckenderen "Autumn In New York" handelt - noch dazu in direkter Nachbarschaft. Letzteres ist neben "Come Fly With Me" für mich noch mit der beste Grund, dieses Album zu loben. Fast hätte ich vergessen, dieses Stück zu erwähnen, deswegen musste ich das unbedingt noch nachholen.
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